Der Radschutzstreifen in Jägersburg bleibt – zum Unmut des Ortsrats. Die Kreisverwaltung hat entschieden, die Markierung nicht zu entfernen und setzt sich damit über ein einstimmiges Votum des Gremiums hinweg. Ortsvorsteher Philip Vollmar (CDU) reagiert mit deutlicher Kritik auf diesen Schritt.

Der Ortsrat hatte die Verwaltung gebeten, den Streifen nach einer Prüfung zu beseitigen. Dass diese Bitte nun ins Leere läuft, will Vollmar nicht hinnehmen. „Mir ist bewusst, dass der Ortsrat keine Anordnungen treffen kann, sondern Prüfaufträge stellen muss. Aber wir sind ein demokratisch gewähltes Gremium und die direkte Vertretung der Bürgerinnen und Bürger unseres Gemeindebezirks“, betont er. Entsprechend erwarte man, dass einstimmig vorgetragene Bedenken ernsthaft geprüft und an den Gegebenheiten vor Ort ausgerichtet würden.

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Im Zentrum der Kritik steht die konkrete Verkehrsführung, die aus Sicht des Ortsvorstehers gleich mehrere Schwachstellen aufweist. Der Streifen beginnt an einer Kreuzung, an der zwei der meistbefahrenen Straßen des Ortes aufeinandertreffen. Am gegenüberliegenden Ende endet er unmittelbar vor einer Fahrbahnverengung. Hinzu kommt, dass Radfahrende die Markierung immer wieder entgegen der eigentlich vorgesehenen Richtung nutzen.

„Der Beginn im Kreuzungsbereich und das abrupte Ende vor der Engstelle sind aus meiner Sicht keine überzeugende Lösung – sondern künstlich geschaffene Gefahrenstellen“, sagt Vollmar. Die regelmäßige Nutzung in Gegenrichtung verschärfe das Problem zusätzlich. Solche Konstellationen könnten im Alltag zu gefährlichen Begegnungen führen.

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Dass bislang kein schwerer Unfall passiert sei, dürfe nicht als Beleg für die Sicherheit der Strecke herhalten. Anwohnerinnen und Anwohner hätten dem Ortsvorsteher mehrfach von brenzligen Situationen berichtet. Vollmar stellt dabei klar, dass es ihm nicht um eine Verdrängung des Radverkehrs gehe: „Es geht um die Sicherheit an genau dieser Stelle und um eine Lösung, die für alle Verkehrsteilnehmer funktioniert. Die Entscheidung der Kreisverwaltung wird den vorgetragenen Gefahren aus meiner Sicht nicht gerecht.“

Der Ortsvorsteher appelliert nun an Kreisverwaltung und Landrat, die Lage gemeinsam mit dem Ortsrat erneut in den Blick zu nehmen und die Erfahrungen der Menschen vor Ort einzubeziehen. Verkehrssicherheit müsse sich an den tatsächlichen Verhältnissen messen lassen, so Vollmar. „Ein Schutzstreifen ist kein Selbstzweck. In diesem Fall gaukelt er eine Scheinsicherheit vor, die im Alltag nicht gegeben ist“ – und solle deshalb, wie vom Ortsrat gefordert, verschwinden.

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