Foto: FC 08 Homburg

Der Derby-Fluch hält weiter an. Zum nunmehr elften Mal in Folge konnte der FC Homburg aus Pirmasens keine drei Punkte entführen. So nahe dran wie am Samstag, war man aber schon lange nicht mehr gewesen. Erst tief in der Nachspielzeit erzielte FKP-Goalgetter Dennis Krob den 1:1-Ausgleich, nachdem Marcel Carl den FCH nur wenige Minuten zuvor in Führung gebracht hatte. Ein denkbar unglücklicher Einstand also für Timo Wenzel als neuer Trainer der Grün-Weißen.

Schon vor der Partie hatte der neue Coach davor gewarnt, Wunderdinge von seiner Mannschaft zu erwarten. Doch was sich über 90 Minuten auf der Husterhöhe abspielte, war dann doch sehr dürftig. Bei widrigen Wetterbedingungen und einem schwer bespielbaren Rasen, bot sich den Zuschauern ein außerordentlich schwaches Regionalliga-Spiel. Beide Mannschaften taten sich extrem schwer, den Ball an den Mann zu bringen, Torchancen blieben über das gesamte Spiel Mangelware.

Dass Wenzel mit Blick auf die äußeren Bedingungen das Heil in langen Bällen suchen wollte, legte schon die Aufstellung nahe. Denn im Sturm lief der großgewachsene Thomas Gösweiner als einzige Spitze auf. Ansonsten änderte der neue Trainer die Mannschaft im Vergleich zur Niederlage gegen Kassel noch auf vier weiteren Positionen. Nach abgesessenen Sperren rückten Patrick Lienhard und Luca Plattenhardt wieder in die Startelf. Außerdem kamen Marco Hingerl und Loris Weiß im Mittelfeld zum Zug.

Doch auf dem Platz änderte sich nicht viel. Wie gegen Kassel blieb man vor dem gegnerischen Kasten weitgehend harmlos. Die hohen Zuspiele auf Gösweiner verpufften meist und wenn man es doch einmal mittels Kombinationsspiel versuchte, verhinderten Unkonzentriertheiten oder schlicht die Platzverhältnisse ein Durchkommen durch das Abwehrbollwerk der Pfälzer. So war es dann zwangsläufig eine Standardsituation, die für die einzige echte Torchance der Gäste sorgte. Rund 20 Minuten waren gespielt, als Gösweiner nach einer Ecke per Kopf nur die Latte traf. 

Es war bis weit in die zweite Hälfte hinein die einzige gefährliche Situation der Partie, denn Pirmasens kam noch nicht einmal in die Nähe des Gästetores. Zwar wechselte Wenzel in der Pause offensiv und brachte Patrick Dulleck für Mart Ristl. Besser wurde es jedoch nicht wirklich. Mit viel gutem Willen konnte man einen Distanzschuss von Marco Hingerl noch als Tormöglichkeit bezeichnen. Im Grunde deutete also nichts darauf hin, dass es doch noch einmal interessant werden sollte. Und so fiel der Führungstreffer für die Grün-Weißen denn auch wie aus dem Nichts. Nach Freistoß von Patrick Lienhard traf der erst kurz zuvor eingewechselte Marcel Carl zunächst noch den Pfosten, bevor er es beim Nachschuss besser machte (83.). Und nur zwei Minuten später hatte Carl die Entscheidung auf dem Fuß, doch er scheiterte am gut reagierenden FKP-Torwart Benjamin Reitz.

Dennoch war der FCH nun auf dem besten Weg, den Derby-Fluch nach 16 Jahren endlich zu brechen. Aber es sollte nicht sein. Es lief bereits die vierte Minute der Nachspielzeit, als Krob in stark abseitsverdächtiger Position noch einmal an den Ball kam und mit dem ersten Torschuss der Pfälzer im gesamten Match doch noch den Ausgleich erzielte. Es war der Schlusspunkt eines unansehnlichen Spiels, in dem beide Mannschaften den Sieg im Grunde auch nicht verdient hatten. Vor Timo Wenzel liegt nun einiges an Arbeit, um seine Spieler nach diesem Nackenschlag wieder aufzubauen. Leichter wird es aber nicht, denn am kommenden Samstag ist man beim Spitzenteam aus Elversberg zum Saar-Derby zu Gast. In diesem Spiel muss eine deutliche Leistungssteigerung her, um eine realistische Chance zu haben, dort zu punkten.   

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