Der Ausbau der großen Stromtrassen in Deutschland kommt 2025 spürbar voran. Nach Angaben der Bundesnetzagentur sind die zentralen Nord-Süd-Verbindungen, die häufig als „Stromautobahnen“ bezeichnet werden, nun vollständig genehmigt. Damit rückt der Bau der Leitungen, die Strom aus Wind- und Solarparks in die Verbrauchszentren bringen sollen, näher.
Im laufenden Jahr hat die Bundesnetzagentur rund 2.000 km neue Stromleitungen genehmigt. Das entspricht einem Plus von etwa 45 Prozent gegenüber 2024, als 1.280 km bewilligt wurden. Insgesamt sind damit für rund 4.700 Leitungskilometer in der Zuständigkeit der Behörde die Verfahren abgeschlossen. „Wir haben den Ankündigungen des letzten Jahres Taten folgen lassen. Auf ein Rekordjahr der Stromnetz-Genehmigungen folgt ein weiteres“, sagte Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur. „Der Ausbau des Stromnetzes ist unerlässlich für den Erfolg der Energiewende. 2025 haben wir die Verfahren für vier große Stromautobahnen abgeschlossen. Ein sichtbarer Beleg dafür, dass die Beschleunigung der letzten Jahre konkrete Ergebnisse erzielt.“
Erstmals wurden damit die Genehmigungsverfahren für große Hochspannungs-Gleichstrom-Leitungen vollständig beendet. Konkret geht es um die Projekte A-Nord, Ultranet, SuedLink und SuedOstLink, für die die Bundesnetzagentur die Baugenehmigungen erteilt hat. Diese Verbindungen gelten als zentrale Bausteine, um Strom aus dem Norden und Osten Deutschlands in die industriestarken Regionen im Westen und Süden zu transportieren.
Der gesetzlich festgelegte Bedarf für den Ausbau des deutschen Stromnetzes liegt derzeit bei rund 16.800 km. Diese Erweiterung soll sicherstellen, dass auch nach dem Umstieg auf erneuerbare Energien eine verlässliche Stromversorgung gewährleistet bleibt. Für etwa 9.600 km dieser Leitungen ist die Bundesnetzagentur zuständig, der übrige Teil fällt in die Verantwortung der Bundesländer.
Die Genehmigung läuft in mehreren Schritten ab. Zunächst legt die Bundesnetzagentur einen etwa 1.000 m breiten Korridor fest, in dem die Leitungen künftig verlaufen sollen. In der anschließenden Planfeststellung wird dann der genaue Trassenverlauf bestimmt. Dabei sucht die Behörde nach einer Lösung, die möglichst wenige Eingriffe in die Landschaft erfordert und die Belastung für die Anwohner so gering wie möglich hält. Dazu stimmt sich die Bundesnetzagentur mit zuständigen Behörden, dem Vorhabenträger und Betroffenen vor Ort ab. Eingebrachte Argumente werden angehört und geprüft, bevor die Behörde abschließend entscheidet und Baurecht für die konkrete Leitung erteilt.
Ende 2025 befinden sich nach Angaben der Bundesnetzagentur noch rund 4.100 km Stromleitungen in oder vor diesem Genehmigungsverfahren. Für etwa 4.700 km ist das Verfahren bereits abgeschlossen oder aufgrund gesetzlicher Änderungen nicht mehr erforderlich. Auf diesen Abschnitten steht der Baubeginn kurz bevor oder die Arbeiten laufen bereits.
Weitere Informationen zum Stand des Netzausbaus veröffentlicht die Bundesnetzagentur regelmäßig online. Eine Prognose zum Fortschritt findet sich unter www.netzausbau.de/prognose Details zu einzelnen Vorhaben unter www.netzausbau.de/vorhaben





















