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Im Bildungszentrum der Arbeitskammer in Kirkel fand die 26. Netzwerkveranstaltung „Gesundes Arbeiten – unser Ziel!“ statt. Gemeinsam mit den saarländischen IG Metall-Geschäftsstellen und der Arbeit und Leben gGmbH rückte die Arbeitskammer die steigende Belastung in vielen Betrieben in den Fokus. „Eine hohe Arbeitsbelastung macht krank. Und ohne wirksame Kontrollen wird die Gesundheit der Beschäftigten täglich aufs Spiel gesetzt“, machte AK-Vorstandsvorsitzender Jörg Caspar deutlich.

Nach wie vor gehören schlechte Arbeitsbedingungen zum Alltag vieler Industriebeschäftigter im Saarland. Unterbesetzung, Arbeitsverdichtung und steigende mentale Belastungen führen zu Stress und Überlastung. „Oft ist es die einfache Arbeit unter schlechten Bedingungen, die die Beschäftigten täglich an ihre Grenzen bringt“, ergänzte Lee Hirschel von der IG Metall. Besonders kritisch ist nach Ansicht der Arbeitskammer die wachsende Zahl von Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen. Obwohl Gefährdungsbeurteilungen gesetzlich vorgeschrieben sind, würden psychische Faktoren vielerorts nicht berücksichtigt.

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Caspar forderte deshalb eine funktionierende Gewerbeaufsicht, die ihrem gesetzlichen Auftrag gerecht werden kann. Derzeit sei das Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz mit lediglich 18 Vollzeitkräften und einer Dreiviertelstelle weit von den Anforderungen entfernt. Ab 2026 schreibt das Arbeitsschutzgesetz eine jährliche Mindestbesichtigungsquote von fünf Prozent vor – mit dem aktuellen Personal sei diese Quote unerreichbar. „Ohne ausreichende Kontrollen riskieren wir tagtäglich die Gesundheit der Beschäftigten“, kritisierte Caspar.

Auch klassische Arbeitsschutzthemen wie fehlende Schutzausrüstung oder schlechte klimatische Bedingungen an den Arbeitsplätzen blieben ein Problem. Dauerhafte Belastungen führten nicht selten zu chronischen Erkrankungen und langfristigen Arbeitsunfähigkeiten. Deshalb müssten die Betriebe Gefährdungsbeurteilungen ganzheitlich umsetzen, die sowohl körperliche als auch psychische Belastungen erfassen. Nur so könnten nachhaltige Schutzmaßnahmen eingeführt werden.

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Die Verantwortung dafür liege bei den Arbeitgebern, betonte die Arbeitskammer. Doch ohne wirksame Kontrollen bleibe das Gesetz wirkungslos. In einer Arbeitswelt, die sich rasant verändert und Beschäftigte immer stärker unter Druck setzt, sei ein starker Arbeitsschutz unerlässlich. Eine ausreichende personelle Ausstattung der Aufsicht sei daher Voraussetzung, um die Gesundheit der Beschäftigten langfristig zu sichern.

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