Mehr als 2,3 Millionen Euro fließen aus dem saarländischen Kita-Turbo in den Ersatzneubau der integrativen Kindertagesstätte „Schneckenhaus“ in Merzig. Die Einrichtung, getragen von der Lebenshilfe, vereint auf einem neuen, barrierefreien Gelände frühkindliche Bildung und gelebte Inklusion – und ersetzt damit ein Gebäude im Pfarrzentrum St. Josef, das baulich längst an seine Grenzen gestoßen war.
Künftig bietet die Kita insgesamt 40 Betreuungsplätze: zehn für Krippenkinder, 30 für den Kindergartenbereich. 30 dieser Plätze sind als Ganztagsangebote konzipiert, was Eltern die tägliche Gratwanderung zwischen Beruf und Familie erleichtern soll. Hinzu kommen zehn Integrationsplätze, in denen Kinder mit und ohne Einschränkungen gemeinsam betreut werden. Das pädagogische Konzept der Lebenshilfe setzt dabei konsequent auf individuelle Förderung und ein selbstverständliches Miteinander.
Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot ordnete den Neubau als Beleg für die Richtung ein, die das Land in der frühkindlichen Bildung einschlagen will: „Kinder brauchen Orte, an denen sie sich geborgen fühlen, ihre Talente entfalten und individuell wachsen können. Genau so ein Ort ist die Kita Schneckenhaus.“ Der Neubau zeige, wie frühkindliche Bildung im Saarland modern, inklusiv und mit Herzblut weiterentwickelt werde. Mit dem Kita-Turbo investiere man gezielt in mehr Plätze, bessere Qualität und zeitgemäße Einrichtungen. Zugleich verwies die Ministerin auf die Beitragsfreiheit: „So entlasten wir Familien spürbar im Alltag und schaffen faire Chancen für alle Kinder von Anfang an.“
Auch Sozialstaatssekretärin Bettina Altesleben betonte die gesellschaftliche Dimension des Projekts. Inklusion beginne bereits im jungen Alter, sagte sie. „Durch ein gemeinsames Miteinander von Kindern mit und ohne Einschränkungen werden Begegnungen geschaffen und so Hürden abgebaut.“ Die integrative Kita Schneckenhaus verbinde seit vielen Jahren Betreuung, individuelle Förderung und Inklusion. Altesleben dankte allen Beteiligten, die diesen Weg bisher ermöglicht hätten, und unterstrich: „Inklusion ist ein fortlaufender Prozess, den wir im Saarland zum Glück mit vielen engagierten Menschen vor Ort stets weiterverfolgen können.“
Der eingeschossige Neubau entstand auf einer Freifläche zwischen der bestehenden Kita St. Josef und dem bisherigen Standort des Schneckenhauses. Barrierefreiheit war von Beginn an integraler Bestandteil der Planung, ebenso wie eine nachhaltige und technisch zeitgemäße Ausstattung. Rund 800 Quadratmeter Außenspielfläche geben den Kindern reichlich Raum zum Toben, Entdecken und gemeinsamen Spielen – ein Aspekt, der im alten Gebäude in dieser Form nicht gegeben war.
Finanziert wird das Vorhaben mit exakt 2.332.200 Euro aus dem Programm Kita-Turbo, das Teil des Investitionspakets „Aufbruch Saarland“ ist. Dahinter steht ein Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur und Klimaneutralität, aus dem dem Saarland insgesamt rund 1,2 Milliarden Euro zur Verfügung stehen. Mit diesen Mitteln treibt das Land den Ausbau von Betreuungsplätzen voran – durch Neubauten, Erweiterungen und innovative Bauweisen wie den Modulbau. Das erklärte Ziel: Familien entlasten, Chancengerechtigkeit stärken und die Bildungslandschaft zukunftsfest machen. In Merzig lässt sich nun besichtigen, wie das in der Praxis aussehen kann.




















