Wo bis vor kurzem ein leeres Schaufenster den Blick auf verwaiste Verkaufsflächen freigab, empfängt jetzt ein moderner Showroom die Kundschaft: In der Rickertstraße 1 in St. Ingbert hat mit „Bad & Body“ ein Franchise-Unternehmen eröffnet, das sich auf die schnelle und schonende Modernisierung von Badezimmern spezialisiert hat. Für die Mittelstadt im Saarpfalz-Kreis ist das mehr als eine gewöhnliche Geschäftseröffnung – es ist ein Signal gegen den Leerstand in der Innenstadt.
Das Konzept hinter „Bad & Body“ stammt von der MHK Group und setzt auf Lösungen, die sich vor der bestehenden Wand abspielen. Statt aufwendiger Kernsanierungen werden Bäder optisch und funktional aufgewertet, ohne dass Fliesen herausgerissen oder Leitungen verlegt werden müssen. Kurze Umbauzeiten und kalkulierbare Kosten gehören zum Versprechen. Gerade für Menschen, die ihr Bad barrierearm oder pflegegerecht umgestalten wollen, soll das Angebot eine niedrigschwellige Alternative zum klassischen Komplettumbau bieten.
Betrieben wird der neue Standort von der Unternehmerfamilie Stephan Leidinger aus St. Ingbert. Nach ersten Niederlassungen in anderen Teilen Deutschlands ist das Franchise-System damit erstmals im Saarland vertreten. Der Showroom in der ehemaligen Bekleidungsfläche verbindet Ausstellung, persönliche Beratung und handwerkliche Dienstleistung unter einem Dach – ein Nutzungsmix, der über den reinen Einzelhandel hinausgeht und neue Laufkundschaft in die Straße bringen soll.
Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer ordnete die Ansiedlung bei der offiziellen Eröffnung in einen größeren Zusammenhang ein: „Mit der Eröffnung gewinnt St. Ingbert ein neues innovatives Unternehmen, das wirtschaftliche Dynamik mit einem relevanten Angebot für die Menschen in unserer Stadt und der Region verbindet.“ Der neue Standort stärke die lokale Wirtschaftsstruktur, schaffe zusätzliche Arbeitsplätze und setze Impulse in einem Markt, der angesichts des demografischen Wandels weiter an Bedeutung gewinne. „Gleichzeitig zeigt die gelungene Umnutzung der Fläche, wie Leerstände in unserer Innenstadt erfolgreich revitalisiert werden können“, so Meyer weiter.
Unter den Gästen der Feier waren neben dem Oberbürgermeister auch Ortsvorsteherin Irene Kaiser, Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltung sowie des Vereins Handel und Gewerbe St. Ingbert. Dass die kommunale Spitze so geschlossen zur Eröffnung erschien, unterstreicht den Stellenwert, den die Stadt dem Thema Innenstadtbelebung beimisst.
Der demografische Wandel dürfte dem Geschäftsmodell in die Karten spielen: Die Nachfrage nach barrierearmen Wohnlösungen wächst, während viele Eigentümer vor den Kosten und dem Aufwand einer Komplettsanierung zurückschrecken. Ob der Showroom in der Rickertstraße tatsächlich dauerhaft Frequenz erzeugt und zum Vorbild für weitere Nachnutzungen wird, muss sich zeigen. Der erste Schritt aber ist getan – und ein Leerstand weniger zählt die St. Ingberter Innenstadt allemal.

















