Foto: Bernd Hertzler
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Es war kurz vor Mitternacht, als die Alarmierung in Blieskastel mit dem unscheinbaren Stichwort „Unklare Feuermeldung“ einging. Was die Einsatzkräfte am späten Sonntagabend in der Zweibrücker Straße erwartete, sollte sich rasch als einer der herausforderndsten Einsätze der vergangenen Monate entpuppen. Schon auf der Anfahrt war die massive Rauchsäule über der historischen Altstadt nicht zu übersehen.

Im Innenhof brannten mehrere Motorräder lichterloh. Die Flammen fanden in der engen Bebauung schnell neue Nahrung, griffen auf einen überstehenden Balkon über und arbeiteten sich bis in den Dachbereich vor. Angesichts der dicht gedrängten Häuserzeilen ohne durchgehende Brandwände erhöhte die Einsatzleitung das Stichwort umgehend auf Brand 4. Damit war klar: Hier ging es um mehr als ein einzelnes Gebäude.

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Neben der Feuerwehr Blieskastel rückten Kräfte aus Kirkel, St. Ingbert und Zweibrücken an, letztere mit ihrem Teleskopmastfahrzeug. Da das Feuer eine Wohnung im ersten Obergeschoss und den Dachstuhl bereits erfasst hatte, wurde gleichzeitig im Innen- und Außenangriff gearbeitet. Zwischenzeitlich stand die bange Frage im Raum, ob sich noch Bewohner in dem Haus aufhielten – eine Sorge, die sich glücklicherweise nicht bestätigte. Anwohner umliegender Gebäude wurden durch Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst in Sicherheit gebracht.

Die räumliche Enge zwang die Wehrleute zu einer Vorgehensweise, die selbst gestandene Brandschützer staunen ließ. „Die ganze Einsatzstelle hatte aufgrund ihrer Enge und den fehlenden Brandwänden ein enormes Potential, sich zu großflächigen Dachstuhlbränden auszuweiten“, schilderte Bürgermeister Bernd Hertzler die Lage. Gerettet habe das Quartier letztlich klassisches Handwerk: „Dank des professionellen Löschangriffes über mehrere tragbare Leitern der Feuerwehr konnte schlimmeres verhindert werden. Hier hat die Feuerwehr wie ‚anno Dazumal‘ nur mit vielen Steckleitern und einer Schiebleiter gekämpft.“

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Im weiteren Verlauf stürzte ein Teil des Daches ein, woraufhin der Innenangriff neu strukturiert werden musste. Ein Fachberater des Technischen Hilfswerks unterstützte die Einsatzleitung bei der Beurteilung der Statik. Trotz aller Anstrengungen sind zwei Wohnungen vorerst nicht mehr bewohnbar; jene im ersten Obergeschoss wurde durch Feuer und Rauch schwer in Mitleidenschaft gezogen.

Knapp 90 Einsatzkräfte aus sieben Löschbezirken waren in dieser Nacht im Einsatz. Das Deutsche Rote Kreuz kümmerte sich um betroffene Anwohner ebenso wie um die Wehrleute, während der in Ballweiler-Wecklingen beheimatete Versorgungszug Getränke und Verpflegung organisierte. Hertzler, der sich noch in der Nacht selbst ein Bild machte, fand bewegende Worte: „Ich bin tief bewegt von dem, was unsere Einsatzkräfte in dieser Nacht geleistet haben. Sie sind in eine unübersichtliche, gefährliche Lage hineingegangen, ohne zu zögern – um Menschen zu schützen, um unsere Altstadt zu bewahren, um für uns alle da zu sein.“

Abgeschlossen war der Einsatz mit dem Sonntagabend allerdings nicht. Am Montag, den 25. Mai 2026, rückte die Feuerwehr Blieskastel zur Brandnachkontrolle aus und leitete mit einem C-Rohr erneut Löschmaßnahmen ein, die fast eine Stunde dauerten. Einen Tag später, am 26. Mai, alarmierte die sichernde Dachdeckerfirma die Wehr ein weiteres Mal – diesmal kam ein D-Strahlrohr rund um die Kamineinfassung zum Einsatz, wiederum über eine Stunde lang.

Über die gesamten Pfingsttage zwischen Freitag und Dienstag arbeitete die Feuerwehr Blieskastel insgesamt zehn Einsätze ab. Das Spektrum reichte von einer Hunderettung über zwei Alarme an Brandmeldeanlagen und einer Tragehilfe für den Rettungsdienst nach einem Fahrradsturz im Wald bis hin zu einem Wasserschaden in einem Gebäude und einem Flächenbrand am Hochwasserdamm.

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