Bild: Bill Titze.

Auf dem Sportgelände des SV Bruchhof-Sanddorf fand am letzten Wochenende nicht nur die Homburger Stadtmeisterschaft, sondern auch die 100-Jahr-Feier des Vereins statt. Viele Glückwünsche gab es da zu hören, aber auch manch recht spannende Anekdote. Zum Beispiel erinnerte man sich an einen waschechten Bruchhofer Nationalspieler.

Es ist durchaus schon ein Weilchen her, dass ein ehemaliger Spieler des SV Bruchhof-Sanddorf das Nationaltrikot überstreifen konnte. Und der Dress war auch nicht jener der deutschen Fußballnationalmannschaft, sondern der der saarländischen Auswahl. In der ersten Hälfte der 1950er-Jahre war das. Werner Emser hieß der Mann, der drei Spiele für die Saar-Auswahl bestritt und sogar ein Tor schoss. Bis 1950 war Emser für den SV Bruchhof-Sanddorf aufgelaufen, nach seiner Spieler-Laufbahn kam er als Trainer zurück an den Kehrberg. Eine Geschichte, die der heutige 1. Vorsitzende des Vereins, Björn Kunz, bei der 100-Jahr-Feier des Vereins mit Stolz erzählte.

Vielleicht auch deshalb, weil die Anekdote zeigt, was bei Vereinen wichtig ist, damit sie so lange existieren können wie der SV Bruchhof-Sanddorf. Verbundenheit zum Ort sowie Engagement, das über die Pflichterfüllung hinausgeht. Ein Punkt, den auch Eric Gouverneur, der Beigeordnete der Stadt für Sport in seiner Rede unterstrich. „102 Jahre Vereinsgeschichte sind auch 102 Jahre Ehrenamt. Dafür braucht man die Familien, die dahinterstehen.“ 102 und nicht 100 Jahre übrigens deshalb, weil der Verein bereits am 15. Mai 1920 gegründet wurde. Das interessierte das Corona-Virus jedoch nicht und so konnte die offizielle 100-Jahr-Feier erst 2022 stattfinden.

Bild: Bill Titze.

Der 1. Vorsitzende griff das Corona-Thema in seiner Begrüßung auf, auch um den großen Zusammenhalt im Verein zu verdeutlichen. „Die damit einhergehenden Herausforderungen mussten ja erst mal gemeistert werden. Das Engagement der Mitglieder und Sponsoren hat uns letztlich durch diese schwere Zeit gebracht“, so Kunz. Man könne insgesamt stolz darauf sein, was man in 102 Jahren geleistet habe.

Das war schließlich nicht nur Corona, sondern auch die Folgen von zwei Weltkriegen, wie in einem launigen Rückblick in die Historie des Vereins deutlich wurde. „Bereits in den letzten beiden Jahren des 1. Weltkriegs trafen sich Bruchhofer Jungs ohne richtige Sportkleidung oder Spielgerät zum Kicken“, erzählte Kunz. Gegründet wurde der Verein schließlich 1920, damals noch als SV Bruchhof. Erst 1936 entschlossen sich auch die Sanddorfer Fußballer, dem Verein beizutreten. Kurz danach löschte jedoch der 2. Weltkrieg jegliches Vereinsleben aus.

Der 1. Vorsitzende des SV Bruchhof-Sanddorf, Björn Kunz, führte durch das Programm der Festveranstaltung. Bild: Bill Titze.

Im Januar 1946 musste der Verein neu gegründet werden. Prompt folgte einer der größten Erfolge der Vereinsgeschichte. „1946 erreichte die Mannschaft den Aufstieg, was vergleichbar ist mit der heutigen Saarlandliga“, sagte Werner Kunz, der ehemalige 1. Vorsitzende des Vereins, der im Zusammenspiel mit Sohn Björn die Geschichte des Vereins in einem unterhaltsamen Dialog Revue passieren ließ. Darüber hinaus wurde der Verein zweimal Meister der C-Klasse (1969, 1982). 1969 wurde man bei einem Turnier gar Meister aller C-Klassen im Saarland.

Doch nicht nur sportlich gab es Erfolge zu feiern. Auch infrastrukturell hat sich der Verein über die Jahre deutlich weiterentwickelt. 1972 wurde das Sportheim gebaut und 2016 wurde der schmucke Kunstrasenplatz eingeweiht, wie sich in der reich bebilderten Festschrift nachlesen lässt. Darauf gingen Vater und Sohn Kunz in ihrem historischen Rückblick gar nicht mehr ein. Denn irgendwann wollten die rund 100 Gäste ja auch noch richtig feiern. Schließlich zählt im Vereinssport nicht nur das, was auf dem Platz passiert, wie auch der Ortsvertrauensmann und frühere Spieler der 2. Mannschaft des SV-Bruchhof-Sanddorf, Manfred Rippel, bei seiner Rede andeutete. „Die Fahrten, die wir gemacht haben, waren wunderschön. Es war einfach eine tolle Zeit.“ Der Verein hätte mit Sicherheit vieles richtig gemacht, wenn solche Worte auch in 98 Jahren bei der 200-Jahr-Feier zu hören wären.

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