Rund 370 Kinder und Jugendliche, 30 Bewegungsstationen und ein Sportplatz, auf dem an diesem Vormittag die Unterschiede zur Nebensache wurden: Auf dem Wallerfeld in St. Ingbert haben die Pestalozzischule Rohrbach/Hassel und die Albert-Schweitzer-Schule erstmals gemeinsam ein inklusives Sportfest auf die Beine gestellt. Es war zugleich ein Auftakt mit Signalwirkung im Vorfeld der Special Olympics Nationale Spiele Saarland 2026.
Von 8:30 bis 12:30 Uhr ging es an den Stationen weniger um Bestzeiten oder Rekorde, sondern um das, was die Special Olympics ausmacht: Respekt, Teamgeist und schlicht die Freude an Bewegung. Die Klassen beider Schulen wurden bewusst durchmischt, Kinder mit und ohne Beeinträchtigung bildeten gemeinsame Teams. Wer Hilfe brauchte, bekam sie – ganz selbstverständlich.
Die politische Prominenz ließ sich das nicht entgehen. Landrat Frank John eröffnete den Vormittag, Innenminister Reinhold Jost nutzte den Termin, um für die Special Olympics im Saarland zu werben. Auch Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer verschaffte sich vor Ort einen Eindruck und zeigte sich angesichts der Stimmung beeindruckt: „Es ist eine Freude zu sehen, wie viel Spaß die Kinder hier auf dem Sportplatz haben, obwohl das Wetter heute nicht optimal ist. Aber das scheint offensichtlich niemanden zu stören. Alle sind in Bewegung und haben eine Menge Spaß zusammen.“
Möglich wurde die Veranstaltung nur durch ein dichtes Netz aus Helferinnen und Helfern. Das BBZ St. Ingbert öffnete seine Sportstätte und stellte die nötige Infrastruktur, der hauseigene Schulsanitätsdienst war ehrenamtlich im Einsatz. Auch das Leibniz-Gymnasium schickte Schulsanitäter und übernahm die Rolle der Wettkampfrichter. Wesentlich zum Gelingen trugen darüber hinaus Luca und Jasmin Hartmann von der DJK SG St. Ingbert bei, die Auf- und Abbau sowie die Materialbereitstellung stemmten.
Für die Verpflegung sorgten FESTO sowie die Fördervereine der Pestalozzi- und der Eisenbergschule, die alle Teilnehmenden mit Lunch-Paketen versorgten. Mehr als 50 Elternteile packten zusätzlich mit an. Finanziell unterstützt wurde das Fest durch eine Förderung des Innenministeriums in Höhe von 1.000 Euro sowie Zuwendungen der Kreissparkasse Saarpfalz von je 150 Euro pro Schule. Davon wurden unter anderem Medaillen für jedes teilnehmende Kind angeschafft.
Entstanden ist die Idee im Kollegium beider Schulen. Treibende Kräfte waren Förderschullehrerin Nadine Kaul von der Pestalozzischule, Kathrin Lenz, Herr Rumm sowie Marion Luck, Sekretärin der Albert-Schweitzer-Schule. Für beide Häuser war es die erste Kooperation dieser Größenordnung – und nach dem Vormittag stand für die Schulleiterinnen Nadine Backes und Corinna Roth-Petrak fest, dass die Premiere geglückt ist: „Dieses inklusive Sportfest unserer beiden Schulen ist jetzt schon ein Gewinn für alle Beteiligten. Die Zusammenarbeit über alle Grenzen hinweg hat riesigen Spaß gemacht und wird den Kindern mit Sicherheit positiv in Erinnerung bleiben.“
Dass das Wetter nicht mitspielte, blieb am Ende eine Randnotiz. Hängen bleiben dürften andere Bilder: lachende Gesichter an den Stationen, Kinder, die sich gegenseitig anfeuern, und ein Schulterschluss zweier Schulen, der in St. Ingbert ein konkretes Zeichen für gelebte Inklusion gesetzt hat.























