Foto: MIBS/A. Weber
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Rund 4.500 Athletinnen und Athleten, 27 Sportarten, Delegationen aus acht europäischen Ländern und erstmals Wettbewerbe, die eine Staatsgrenze überschreiten: Das Saarland hat bei einem Showcase-Abend in der Vertretung des Landes bei der Europäischen Union in Brüssel die Special Olympics Nationalen Spiele 2026 vorgestellt. Vom 15. bis 20. Juni wird das kleinste deutsche Flächenland Schauplatz des größten inklusiven Multisportevents der Republik – und setzt dabei bewusst auf eine europäische Dimension, die weit über den reinen Wettkampf hinausreicht.

Sportminister Reinhold Jost nutzte den Abend vor rund 40 geladenen Gästen aus europäischen Institutionen, Politik und Sport, um die Tragweite der Veranstaltung deutlich zu machen. „Special Olympics stehen für Teilhabe, Begegnung und gelebte Inklusion. Wir freuen uns sehr, dieses besondere Ereignis im Saarland ausrichten zu dürfen und Athletinnen und Athleten aus ganz Deutschland sowie aus europäischen Nachbarstaaten bei uns willkommen zu heißen“, sagte Jost. Die Organisatoren rechnen insgesamt mit mehr als 13.000 Teilnehmenden und bis zu 100.000 Besucherinnen und Besuchern.

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Ein Novum dieser Ausgabe ist die grenzüberschreitende Austragung einzelner Disziplinen. Die Schwimmwettbewerbe werden im französischen Forbach stattfinden – ein Signal, das gerade in der Großregion Symbolkraft entfaltet. „Gerade in der Großregion zeigt sich, wie Sport Menschen verbindet und Grenzen überwinden kann“, betonte der Minister. Bereits vor dem offiziellen Startschuss empfangen saarländische Kommunen im Rahmen des Host Town Program internationale Delegationen aus Kosovo, Bosnien und Herzegowina, Litauen, Ungarn, Frankreich, Luxemburg, Italien und Finnland. Mehr als 140 Sportlerinnen, Sportler und Betreuungspersonen reisen dafür ins Saarland.

Die Verteilung der Gäste auf die Kommunen zeigt, wie breit das Engagement im Land aufgestellt ist. Ungarn schickt mit 38 Personen die größte Delegation nach Illingen, 22 Teilnehmende aus Finnland werden in Perl und Mettlach empfangen. Bosnien und Herzegowina reist mit 19 Personen nach Merzig, Litauen mit 18 nach Nalbach. Auch kleinere Gruppen – neun Personen aus Kosovo in Völklingen, ebenso viele aus Italien in Homburg – gehören zum internationalen Programm. Frankreich entsendet 16 Personen nach Oberthal, zwölf Teilnehmende aus Luxemburg werden in Überherrn zu Gast sein. Vor Ort organisieren die Gemeinden Willkommensfeste, inklusive Sportangebote und gemeinsame Ausflüge, um Begegnungen auf Augenhöhe zu ermöglichen.

Jost ordnete diese internationalen Begegnungen in einen größeren Zusammenhang ein: „Menschen aus verschiedenen Ländern, Kulturen und Lebensrealitäten kommen zusammen, treiben gemeinsam Sport und lernen voneinander. Inklusion und Europa sind beide vereint durch ihre Grenzenlosigkeit und das Zusammenbringen von Menschen unterschiedlichster Art.“ Sven Albrecht, Regionaler Präsident von Special Olympics Europa und Eurasien, unterstrich die politische Komponente: „Wir können nur dann erfolgreich sein, wenn wir nachhaltig Teilhabe schaffen. Hierfür ist auch eine starke Europäische Union notwendig.“

Christiane Krajewski, Präsidentin von Special Olympics Deutschland, sieht in den Spielen ein Signal, das über den Sport hinauswirkt. „Wenn Athletinnen und Athleten aus verschiedenen Ländern gemeinsam antreten, voneinander lernen und miteinander feiern, entsteht eine offene, vielfältige und solidarische Gesellschaft. Das Saarland sendet damit weit über den Sport hinaus ein kraftvolles Signal für Zusammenhalt und Menschlichkeit“, sagte sie. Alexander Indermark, Präsident von Special Olympics Saarland, verwies darauf, dass die Spiele weit mehr seien als ein Wettbewerb: „In jedem Teilnehmenden, der seine Leidenschaft bei den Spielen auslebt, sehen wir die Möglichkeit, Impulse in unserer Gesellschaft zu setzen.“

Auch die Athletinnen und Athleten selbst kamen in Brüssel zu Wort. Hanna Hohe, Vizepräsidentin und Athletensprecherin von Special Olympics Saarland, brachte die Vorfreude auf den Punkt: „Ich bin voller Vorfreude, dass die Spiele zum ersten Mal hier im Saarland stattfinden. Am meisten freue ich mich auf das Zusammenspiel mit unseren Unified-Partnern und auf die vielen Begegnungen mit den anderen Delegationen.“ Bei den Spielen treten Athletinnen und Athleten mit geistiger Beeinträchtigung gemeinsam mit sogenannten Unified-Partnerinnen und -Partnern an – ein Konzept, das Inklusion direkt auf dem Spielfeld erlebbar macht.

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Unter den Gästen des Brüsseler Abends befanden sich unter anderem Katarina Barley, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, die luxemburgische Europaabgeordnete Martine Kemp sowie Manuela Ripa, Mitglied des Europäischen Parlaments aus dem Saarland. Neben Grußworten und Impulsbeiträgen erhielten die Anwesenden einen Einblick in die konkreten Planungen des sportlichen und gesellschaftlichen Programms. Minister Jost schloss den Abend mit einer offenen Einladung: „Ich lade alle Interessierten schon heute herzlich ein, im Juni ins Saarland zu kommen und dieses besondere Ereignis mitzuerleben.“

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