Der FC 08 Homburg reist zum letzten Ligaspiel der Saison nach Sandhausen. Auf dem Papier ist es eine Partie ohne große tabellarische Fallhöhe, doch ganz so einfach ist es nicht. Der FCH will sich vor dem Saarlandpokal-Finale gegen den 1. FC Saarbrücken noch einmal stabil zeigen, Selbstvertrauen sammeln und die Regionalliga-Saison nicht einfach auslaufen lassen. Gleichzeitig rückt Mitte Mai eine Frage immer stärker in den Vordergrund: Wie sieht diese Mannschaft in der kommenden Saison eigentlich aus?
Nach dem 5:2-Heimsieg gegen Bayern Alzenau steht Homburg mit 53 Punkten auf Tabellenplatz fünf. Der Erfolg im letzten Heimspiel tat sichtbar gut, auch weil Markus Mendler wieder auf dem Platz stand und direkt mit Tor und Vorlage zurückkehrte. Trainer Roland Seitz sprach im Rückblick von einem gelungenen Auftritt und einem besonderen Moment. „Ich glaube, dass wir unsere gute Tabellensituation, die wir vor der Geschichte hatten, als das mit Markus passiert ist, jetzt ein bisschen verloren haben. Es ist wichtig, dass wir durch den Sieg wieder ein bisschen auf den fünften Platz gerutscht sind“, sagte Seitz.
Nun wartet der SV Sandhausen. Der frühere Zweitligist liegt mit 54 Punkten einen Zähler vor dem FCH auf Rang vier und hat sich nach einer schwächeren ersten Saisonhälfte deutlich stabilisiert. Aus den vergangenen sechs Ligaspielen holte Sandhausen fünf Siege, unter anderem gegen Mainz 05 II, Steinbach Haiger und Freiberg. Der gefährlichste Mann im Angriff ist Pascal Testroet, der mit 20 Treffern zu den besten Torjägern der Regionalliga Südwest gehört.
Für Seitz ist die Partie sportlich reizvoll, aber auch schwer einzuschätzen. „Eigentlich eine schöne, interessante Paarung. Der Ex-Zweitligist ist stark und ist gut, die Fans sind da. Eigentlich ein schönes Spiel“, sagte der FCH-Trainer. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass am letzten Spieltag häufig nicht mehr die volle Schärfe in solchen Begegnungen liege, weil es für beide Mannschaften in der Liga um keine entscheidende Frage mehr geht.
Trotzdem will Homburg das Spiel nicht abschenken. Zum einen geht es um einen möglichst guten tabellarischen Abschluss, zum anderen um den Rhythmus vor dem Pokalfinale. Seitz betont, dass Sandhausen nicht nur als lästige Pflicht vor Saarbrücken verstanden werden soll. „Nein, nein, nein, 100 Prozent Sandhausen. Also das Pokalfinale werden wir ab Dienstag angehen“, sagte er auf die Frage, ob der Fokus schon auf dem Endspiel liege.
Personell bleibt die Lage gemischt. Lukas Hoffmann und Tim Littmann fehlen weiter als Langzeitverletzte, auch Nico Jörg und Steffen Nkansah stehen nicht zur Verfügung. Oliver Kovacic ist nach seiner Roten Karte aus dem Fulda-Spiel noch gesperrt. Hinter Kaan Inanoglu steht nach seinen Knieproblemen aus dem Alzenau-Spiel ein Fragezeichen. Seitz erklärte, dass die Beschwerden noch nicht so abgeklungen seien, wie man es sich erhofft habe. „Wir werden vielleicht auch kein Risiko gehen, aber momentan ist es noch offen“, sagte der Trainer.
Der Blick auf Sandhausen ist aber nur die eine Seite dieses Saisonendes. Die andere betrifft die kommende Spielzeit. Mitte Mai ist es rund um die Kaderplanung des FCH nach außen auffällig ruhig. Natürlich wird im Hintergrund gearbeitet, und nach allem, was aus dem Umfeld zu hören ist, laufen auch Gespräche. Trotzdem entsteht für viele Anhänger derzeit ein Informationsvakuum. Nach dem letzten Heimspiel gab es keine Spieler-Verabschiedungen, öffentlich ist noch kaum erkennbar, welche Achse der Mannschaft bleiben soll und wo der Verein gezielt nachlegen will.
Dabei ist die Ausgangslage nicht unkompliziert. In der Regionalliga Südwest wird die Konkurrenz nicht kleiner, sondern eher stärker. Sandhausen selbst zeigt bereits, wie früh manche Vereine den nächsten Kader formen. Gleichzeitig hängt beim FCH viel an der wirtschaftlichen Perspektive. Das Pokalfinale gegen Saarbrücken ist nicht nur sportlich ein Höhepunkt, sondern kann über den möglichen Einzug in den DFB-Pokal auch finanziell erheblich wirken. Genau deshalb ist die Planung sensibel: Homburg braucht Qualität, will vorne mitspielen, muss aber zugleich wirtschaftlich sauber bleiben.
Besonders deutlich wird das im Angriff. Kaan Inanoglu hat nach seinem Winterwechsel schnell funktioniert und in kurzer Zeit gezeigt, wie wichtig ein treffsicherer Stürmer für diese Mannschaft sein kann. Dass ein Spieler mit dieser Quote Begehrlichkeiten weckt, liegt auf der Hand. Sollte er -wovon auszugehen ist – nicht zu halten sein, beginnt für den FCH auf einer Schlüsselposition erneut die Suche. Nach den Abgängen treffsicherer Angreifer in den vergangenen Jahren wäre das keine neue, aber eine erneut schwierige Aufgabe.
Auch darüber hinaus bleiben Fragen offen. Einige Verträge laufen aus, darunter von Spielern, die in dieser Mannschaft eine wichtige Rolle einnehmen. Dass Gespräche intern geführt und Entscheidungen nicht vorschnell öffentlich gemacht werden, ist nachvollziehbar. Doch je näher das Saisonende rückt, desto größer wird der Druck, zumindest Konturen erkennen zu lassen. Für einen Verein mit dem Anspruch, in der kommenden Saison wieder vorne mitzuspielen, ist Planungssicherheit nicht nur intern wichtig, sondern auch ein Signal an Umfeld und Fans.
Sportlich kann der FCH am Samstag zunächst noch einen Schritt tun. Ein Sieg in Sandhausen würde die Saison nicht grundsätzlich neu bewerten, aber er würde helfen, mit einem besseren Gefühl in die Finalwoche zu gehen. Danach richtet sich der Fokus endgültig auf den 23. Mai im Ludwigsparkstadion. Bis dahin bleibt Homburg in einer Zwischenphase: letzte Ligaaufgabe, großes Pokalziel – und eine Kaderplanung, die bald sichtbarer werden muss.
Anstoß zwischen dem SV Sandhausen und dem FC 08 Homburg ist am Samstag um 14 Uhr im Stadion am Hardtwald. Geleitet wird die Partie von Schiedsrichterin Karoline Wacker.






















