Der FC 08 Homburg hat sein letztes Heimspiel der Saison gegen den FC Bayern Alzenau verdient mit 5:2 gewonnen und damit nach vier sieglosen Ligapartien nochmal die Kurve bekommen. 711 Zuschauer – die schwächste Heimkulisse der Saison – sahen dabei einen Nachmittag, der sportlich überzeugend war und einen besonderen persönlichen Moment bereithielt: die Rückkehr von Markus Mendler auf den Platz, gekrönt von Tor und Vorlage.
Trainer Roland Seitz rotierte im Vergleich zur 0:2-Niederlage in Stuttgart auf vier Positionen: Mart Ristl übernahm wieder die Kapitänsbinde, Armend Qenaj kehrte nach seiner Gelbsperre zurück, dazu starteten Manuel Kober und Nils Röseler von Beginn an. Mendler, der erst am Donnerstag wieder ins Training eingestiegen war, saß zunächst auf der Bank.
Der FCH begann konzentriert, übernahm früh die Kontrolle und kam in der fünften Minute zur ersten Großchance: Sean Busch scheiterte nach feiner Vorarbeit von Miguel Gonçalves am Alzenauer Keeper Samarelli. In der 14. Minute fiel dann das verdiente 1:0: Gonçalves spielte wieder von rechts in die Mitte, Qenaj schob souverän ein.

Alzenau antwortete postwendend. Boutakhrit stieg nach einer Ecke am kurzen Pfosten hoch und köpfte zum 1:1. Der FCH ließ sich davon nicht beeindrucken. Ristl brachte die Grün-Weißen per Außenrist nach erneutem Gonçalves-Zuspiel wieder in Führung, Röseler brach über rechts durch und legte zurück auf El-Helwe, der zum 3:1 einschob. Mit dieser Führung ging es in die Kabine. Seitz hinterher knapp: „Fünf schöne Tore geschossen, viele Chancen liegen lassen – aber es freut mich für alle, dass wir das durchgezogen haben.“
In der 62. Minute wechselte Seitz Mendler ein. Der 33-Jährige, der nach dem familiären Schicksalsschlag gefehlt hatte, betrat unter lautem Applaus und Sprechchören der Fans den Platz. Eine erste Großchance vergab er noch – Seitz schmunzelte im Nachgang: „Da haben wir schon ein bisschen geschmunzelt.“ Was folgte, war besser: In der 78. Minute flankte er butterweich auf Kaan Inanoglu, der per Direktabnahme zum 4:1 traf. Kurz vor Schluss trat Mendler selbst zum Elfmeter an und verwandelte souverän zum 5:1. Den Schlusspunkt setzte Boutakhrit mit einem sehenswerten Distanzschuss aus 40 Metern zum 5:2-Endstand. Seitz nach dem Spiel: „Bis zum Pokalfinale haben wir ihn jetzt auf jeden Fall wieder – und das tut uns allen gut.“
Inanoglu angeschlagen
Ein Wermutstropfen: Inanoglu, der nach seiner Einwechslung sofort getroffen hatte, musste zwei Minuten nach seinem Tor wieder vom Platz. Beim Zweikampf hatte er sich das Knie verdreht. Laut Seitz ist das Innenband leicht betroffen – die genaue Diagnose steht noch aus. „Stand jetzt sollte es nicht so schlimm sein“, so der Trainer, der die Aussage aber bewusst vorsichtig formulierte – mit Blick auf das Pokalfinale am 23. Mai verständlicherweise.
Gonçalves: Wieder überall
Einmal mehr war Miguel Gonçalves einer der auffälligsten Akteure auf dem Platz. Diesmal auf der Außenbahn, nach Wochen auf der Sechs – zwei Torvorlagen, viel Tempo, konstante Präsenz. Seitz hatte ihn ursprünglich als Innenverteidiger geplant und staunt seither selbst. Gonçalves‘ eigene Erklärung fiel kurz aus: „Polyvalent. Wo der Trainer mich hinsetzt, gebe ich alles.“
Blick nach vorne – und offene Fragen
Mit dem Sieg im Gepäck richtet sich der Blick auf Samstag in Sandhausen und dann auf das Pokalfinale gegen den 1. FC Saarbrücken am 23. Mai. Kapitän Ristl sah den Heimsieg als wichtigen Impuls: „Wir konnten mal wieder ein paar Tore erzielen. Das tut jedem gut, auch im Hinblick aufs Finale.“ Und Ristl ordnete das Sandhausen-Spiel als sinnvolle Generalprobe ein: „Die haben brutales Potenzial. Das wird ein echter Gradmesser für das, was im Pokalfinale auf uns zukommt.“
Abseits des Sportlichen hinterlässt der Abschluss des Heimspieltags aber auch einige Fragen. Spielerverabschiedungen gab es keine – der Verein hält sich bei der Kaderplanung für die neue Saison allgemein weiterhin bedeckt, was bei den Fans zunehmend für Unruhe sorgt. Und auch eine Geste in Richtung Anhängerschaft nach dem letzten Heimspiel der Saison blieb aus: kein gemeinsamer Umtrunk, keine kurze Ansprache auf dem Platz. Vor dem Hintergrund der schwierigen Wochen ist das nachvollziehbar – eine verpasste Chance, den Schulterschluss mit den Fans ausgerechnet vor dem Pokalfinale zu suchen, bleibt es trotzdem.
FC 08 Homburg – FC Bayern Alzenau 5:2 (3:1)
Tore: 1:0 Qenaj (14.), 1:1 Boutakhrit (19.), 2:1 Ristl (21.), 3:1 El-Helwe (31.), 4:1 Inanoglu (78.), 5:1 Mendler (HE, 85.), 5:2 Boutakhrit (88.)
Zuschauer: 711
Schiedsrichter: Timo Bugglin






















