Am 4. Februar rückt ein Datum in den Kalendern weltweit in den Fokus, das nüchterne Zahlen und sehr persönliche Schicksale verbindet: der Weltkrebstag. Zum 26. Mal soll der Aktionstag 2026 daran erinnern, wie groß die Bedeutung von Vorbeugung, Früherkennung und moderner Behandlung von Krebserkrankungen ist – und wie stark diese Themen auch im Saarland den Alltag vieler Menschen prägen.
Nach Angaben des saarländischen Gesundheitsministeriums bleibt Krebs eine der zentralen gesundheitlichen Herausforderungen in der Region. Im Jahr 2023 wurden im Saarland 7.358 neu aufgetretene bösartige Krebserkrankungen ohne nicht-melanozytäre Hauttumoren registriert. Insgesamt erkrankten damit rund 7.400 Männer und Frauen an bösartigen Tumorformen, 3.100 Menschen starben an den Folgen einer Krebserkrankung. Zusätzlich wurden 2.815 Saarländerinnen und Saarländer erstmals mit einem invasiven Hauttumor diagnostiziert.
Gesundheitsminister Magnus Jung verweist auf das hohe persönliche Risiko, aber auch auf die Möglichkeiten, dieses zu beeinflussen. „Etwa 4 von 10 Männern und Frauen müssen damit rechnen, dass bei ihnen bis zum Alter von 75 Jahren eine Tumorerkrankung festgestellt wird. Mit einer gesundheitsbewussten Lebensweise und durch Teilnahme an angebotenen Krebsvorsorge- und -früherkennungsuntersuchungen können das individuelle Risiko und mögliche Folgen einer Krebserkrankung entscheidend verringert werden“, betont Jung. Nach Einschätzung des Ministeriums lassen sich rund 30 bis 50 Prozent aller Krebserkrankungen auf beeinflussbare Risikofaktoren und den persönlichen Lebensstil zurückführen und gelten damit als potenziell vermeidbar.
Zu den wichtigsten Faktoren, die das Erkrankungsrisiko senken können, zählen laut Ministerium der Verzicht auf Tabakkonsum, ausreichend Bewegung, ein gesundes Körpergewicht, eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, ein maßvoller Umgang mit Alkohol sowie Schutz vor übermäßiger UV-Strahlung. Entscheidend sei außerdem, angebotene Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen wahrzunehmen. Werden Tumoren früh entdeckt, können sie in vielen Fällen schonender behandelt werden, und die Chancen auf eine dauerhafte Heilung steigen.
Ein Blick in die Statistik zeigt, welche Krebsarten im Saarland besonders häufig auftreten. Bei Männern war 2023 das Prostatakarzinom mit 1.082 Fällen die häufigste bösartige Tumorerkrankung. Bei Frauen stand Brustkrebs mit 990 Fällen an der Spitze. Lungenkrebs wurde 964 Mal neu diagnostiziert, Neubildungen des Dick- und Enddarms 784 Mal. Hinzu kamen 309 Fälle von malignem Melanom, also Schwarzem Hautkrebs, 291 bösartige Tumoren der Bauchspeicheldrüse, 275 Harnblasenkrebserkrankungen sowie 252 Non-Hodgkin-Lymphome. Insgesamt traten rund 19 % aller Tumorerkrankungen bei Männern und Frauen unter 60 Jahren auf. Die Daten stammen aus dem Krebsregister Saarland.
Zum Weltkrebstag verweist das Ministerium auch auf Informationsangebote, die helfen sollen, den Überblick über bestehende Vorsorgeprogramme zu behalten. Eine Übersicht der Krebsfrüherkennungsuntersuchungen stellt die Deutsche Krebshilfe online zur Verfügung. „Informieren Sie sich über die für Sie angebotenen Krebsvorsorge- und -früherkennungsuntersuchungen und vereinbaren Sie einen Termin für Ihre Krebsvorsorge mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Werden Sie aktiv und senken Sie zusammen mit einer gesunden Lebensweise ihr persönliches Krebsrisiko“, so Jung abschließend.


















