Symbolbild
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Ein kurzer Blick aufs Smartphone genügt, und schon ist klar, ob der Partner noch im Meeting festhängt, gerade in die Bahn steigt oder schon zu Hause auf dem Sofa sitzt. Was früher ein „Bin gut angekommen“-Anruf war, ist heute oft eine permanente Linie auf der digitalen Landkarte. In Deutschland hat inzwischen jede und jeder Siebte den eigenen Standort dauerhaft mit Partnerin oder Partner geteilt. Das entspricht 14 Prozent der Internetnutzerinnen und -nutzer, die sich auf diese Form der digitalen Nähe eingelassen haben.

Die Zahlen stammen aus einer repräsentativen Erhebung des Digitalverbands Bitkom, für die 1.449 Menschen ab 16 Jahren befragt wurden. Weitere 23 Prozent können sich vorstellen, ihre Position künftig in einer Beziehung freizugeben. 54 Prozent hingegen lehnen das Modell der gläsernen Wege strikt ab. Genutzt werden dafür meist die hauseigenen Dienste wie „Wo ist?“ von Apple, die Standortfreigabe von Google oder spezialisierte Apps.

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Besonders bei jüngeren Paaren gehört der geteilte Punkt auf der Karte längst zum Beziehungsalltag. In der Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen hat fast ein Viertel den eigenen Aufenthaltsort schon dauerhaft mit dem Partner geteilt, weitere 35 Prozent halten sich das offen. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 17 Prozent, bei den 50- bis 59-Jährigen 13 Prozent, und über 60 sinkt der Wert auf sechs Prozent. Zwischen den Geschlechtern verläuft die Linie hingegen schnurgerade: Männer und Frauen liegen mit jeweils 14 Prozent gleichauf.

Das wichtigste Motiv ist dabei kein Misstrauen, sondern das Bedürfnis nach Sicherheit. 55 Prozent derer, die ihren Standort dauerhaft offenlegen, nennen das Gefühl, unterwegs oder nachts besser aufgehoben zu sein. 49 Prozent argumentieren schlicht damit, nichts zu verbergen zu haben, 47 Prozent finden es praktisch im Alltag. Für gut ein Viertel ist die geteilte Position Ausdruck von Verbundenheit, weitere 23 Prozent halten sie für etwas, das in einer Partnerschaft selbstverständlich sein sollte. Druck oder Kontrolle stehen dagegen selten im Vordergrund: Nur neun Prozent teilen, weil es vom Gegenüber erwartet wird, sechs Prozent fürchten andernfalls Misstrauen zu wecken.

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Dass die Schattenseiten digitaler Dauerverbindung trotzdem mitschwingen, zeigt ein anderer Befund der Umfrage. 44 Prozent meinen, das Internet schüre in Beziehungen eher Misstrauen, jeder Fünfte hält es für leichter, Partnerin oder Partner über digitale Wege zu kontrollieren. Unter den 16- bis 29-Jährigen sind diese Werte mit 59 und 30 Prozent noch einmal deutlich höher.

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„Standortfreigaben sollten bewusst eingerichtet, regelmäßig überprüft und genauso einfach wieder beendet werden können“, sagt Leah Schrimpf, Leiterin Digitale Gesellschaft beim Bitkom. „Digitale Nähe funktioniert am besten, wenn beide Seiten wissen, was geteilt wird und die Kontrolle darüber behalten.“ Praktisch bedeutet das: Wer freigibt, sollte Dauer und Empfänger gezielt festlegen, die Berechtigungen einzelner Apps regelmäßig durchgehen und nach Reisen oder Verabredungen die Freigabe wieder beenden. Auf Apple-Geräten lässt sich das über „Wo ist?“ steuern, bei Android meist über Google Maps. Wichtig zu wissen: Wer eine App löscht, beendet damit nicht automatisch eine laufende Standortfreigabe. Und ein einmalig gesendeter Pin ist eben nicht dasselbe wie ein dauerhaft mitlaufender Live-Standort, der nebenbei auch den Akku spürbar belastet.

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