Schaeffler in Homburg - Bild: Stephan Bonaventura
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Acht Milliarden Bauteile, produziert an einem einzigen Standort: Was das Schaeffler-Werk in Homburg in drei Jahrzehnten geleistet hat, lässt sich kaum noch anschaulich fassen. Im dreißigsten Produktionsjahr lief dort nun der achtmilliardste Schlepphebel vom Band. Nahezu zeitgleich meldet das fränkische Werk in Hirschaid einen zweiten Meilenstein: Seit 25 Jahren fertigt es Rollenstößel für den sogenannten „HEMI“-Motor und hat davon inzwischen 160 Millionen Stück ausgeliefert.

Für den Automobilzulieferer sind das mehr als reine Zahlenspiele. Sie belegen, dass die Optimierung von Verbrennungskomponenten trotz aller Elektrifizierung ein tragendes Geschäftsfeld bleibt. Denn beide Bauteile finden nicht nur in klassischen Motoren Verwendung, sondern ebenso in hybriden Antrieben und in Range-Extender-Anwendungen.

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„Wir sind stolz darauf, mit diesen beiden Präzisionskomponenten jeweils ein Produktions- als auch ein Produktjubiläum mit Laufzeiten von mehr als einem Vierteljahrhundert erreicht zu haben“, sagt Matthias Zink, im Vorstand der Schaeffler AG für den Bereich Powertrain & Chassis zuständig. Sein Dank gelte den Beschäftigten in Hirschaid und Homburg, deren Einsatz die Erfolgsgeschichten überhaupt erst möglich gemacht habe.

Der Schlepphebel wird in Homburg seit 1996 gefertigt und gehört heute zum zentralen Übertragungselement im Ventiltrieb moderner Motoren. Seine Aufgabe klingt technisch, ist für Verbrauch und Emissionen aber entscheidend: Er verwandelt die Drehbewegung der Nockenwelle in einen präzisen, verlustarmen Hub des Motorventils. Weil er dabei Reibung reduziert, verlängert er die Lebensdauer des Motors und ermöglicht Funktionen wie variable Ventilhübe oder die gezielte Abschaltung einzelner Zylinder.

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Sein Gegenstück aus Hirschaid ist auf eine ganz eigene Aufgabe zugeschnitten. Der Rollenstößel wurde für Motoren mit selektiver Zylinderabschaltung entwickelt und hält das Ventilspiel mithilfe des Öldrucks dauerhaft bei null Millimetern. Soll ein Zylinder ruhen, entriegelt eine hydraulisch betätigte Verriegelung das Bauteil binnen weniger Millisekunden, gesteuert vom Motormanagement. Das Ventil bleibt geschlossen, während der Stößel einen sogenannten „Lost Motion Hub“ vollzieht.

Der Name „HEMI“ verweist auf die hemisphärische, also halbkugelförmige Bauform der Brennräume, bei der sich die Ventile angewinkelt gegenüberstehen und so eine besonders effiziente Verbrennung erlauben. Vor allem in Nordamerika ist dieser Motor gefragt, und mit dem Comeback des V8-Aggregats steigen die Abrufe spürbar. Um die Nachfrage zu bedienen, greift Schaeffler bereits auf ein Netzwerk mehrerer Werke zurück; ab August 2026 unterstützt zusätzlich der Standort Ingolstadt die Produktion.

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Die Schaeffler Gruppe zählt mit rund 110.000 Beschäftigten an über 250 Standorten in 55 Ländern zu den größten Familienunternehmen weltweit. Seit 80 Jahren arbeitet das Unternehmen an Antriebs- und Bewegungstechnik und positioniert sich heute zwischen klassischer Fertigungskompetenz und den Feldern Elektromobilität, CO₂-effiziente Antriebe und erneuerbare Energien.

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