Wandern im Bliesgau soll künftig mehr sein als nur der Weg von A nach B. Mit einem neuen LEADER-Projekt will der Saarpfalz-Kreis die Wanderwege der Region in Erlebnisrouten verwandeln, die Geschichten erzählen und die Eigenheiten der Biosphäre Bliesgau sichtbar machen. Umweltministerin Petra Berg übergab dazu den Förderbescheid an Landrat Frank John.
Insgesamt fließen 44.626,79 Euro in das Vorhaben mit dem sperrigen Titel „Profilschärfung Qualitätsregion Wanderbares Deutschland – Bliesgau“. Neun von zehn Euro stammen dabei aus Fördermitteln des Landes und der Europäischen Union. Empfängerin ist die Saarpfalz-Touristik, die das Destinationsmanagement der einzigen „Qualitätsregion Wanderbares Deutschland“ im Saarland verantwortet.
An dem Konzept arbeitet die Touristik eng mit dem Saarpfalz-Kreis zusammen, der das touristische Wegemanagement betreut. Auch die Kommunen des Kreises sind eingebunden. Als Mitglieder des Zweckverbandes Saarpfalz-Touristik sollen sie im Laufe des Prozesses eigene Ideen und Beiträge einbringen.
Die Auszeichnung als Qualitätsregion ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis einer langen Kette von Fördermaßnahmen. Schon die ursprüngliche Zertifizierung wurde über LEADER angestoßen. Später folgte ein Projekt zum Aufbau eines professionellen Wegemanagements mit zwei Personalstellen, die inzwischen fest im Personalhaushalt des Kreises verankert sind. Auch die Pfadfinder-App, die Wanderrouten mit dem öffentlichen Nahverkehr verknüpft, entstand aus dieser Entwicklung.
Nun geht es um die nächste Stufe. Im Zentrum steht das gezielte Storytelling entlang der Wege: Die kulturellen und naturräumlichen Schätze der Biosphäre sollen für Wanderer greifbar werden. Der Anspruch reicht dabei über Gäste von außerhalb hinaus. Auch Einheimische sollen entlang der Routen Neues über ihre eigene Heimat erfahren.
„Die LEADER-Förderung ermöglicht es uns, die Identität unserer Wanderregion gemeinsam mit der Saarpfalz-Touristik und unseren Kommunen noch schärfer herauszuarbeiten“, betont Landrat Frank John. Er sieht in dem Konzept die Grundlage für spätere Baumaßnahmen. Über Folgeprojekte, etwa via LEADER oder GAK, sollen daraus konkrete Lehrpfade, Aussichtstürme sowie weitere physische und digitale Erlebnis-Elemente werden.
Ministerin Petra Berg hob die strategische Bedeutung des Vorhabens hervor. „Der Saarpfalz-Kreis und die Saarpfalz-Touristik zeigen vorbildlich, wie aus einer nachhaltigen LEADER-Förderkette echte, dauerhafte Strukturen entstehen“, sagte sie. Die emotionale Aufwertung und das Storytelling sicherten der Region langfristig eine Spitzenstellung im deutschen Wandertourismus und stärkten zugleich die regionale Wertschöpfung.
Die konzeptionellen Arbeiten unter Beteiligung aller Städte und Gemeinden des Kreises beginnen in den kommenden Wochen. Sie bilden zugleich das Fundament für die anstehende Rezertifizierung im Jahr 2028 und für die spätere praktische Umsetzung der Wanderinfrastruktur im Biosphärenreservat Bliesgau.


















