Eine runde Zahl markiert im Saarpfalz-Kreis einen echten Meilenstein: Mit der jüngsten Ehrung mehrerer Schulklassen hat die Kampagne „Faire Schulklassen – Klassen des Fairen Handels“ die Marke von 50 ausgezeichneten Klassen erreicht. Die feierliche Übergabe fand auf der Hauptbühne des Biosphärenfests in Walsheim statt und wurde damit zu einem der Höhepunkte der Veranstaltung.
Gleich neun Klassen und Kurse durften sich über die Anerkennung freuen. Darunter waren die Klassen 5c, 6a, 6b und 6c der Gemeinschaftsschule „Schule an den Linden“, mehrere Kurse des Berufsbildungszentrums Homburg sowie die Jahrgänge 8 bis 11 des Saarpfalz-Gymnasiums. Bemerkenswert ist der Blick über die Landesgrenzen hinaus: Auch die Klasse 10 der „21. Öffentlichen Schule Tiflis“ in Georgien wurde geehrt. Das Saarpfalz-Gymnasium nahm die Urkunde stellvertretend entgegen und wird sie beim nächsten Austausch offiziell an die Partnerschule überreichen.
Diese internationale Verbindung ist mehr als eine formale Geste. Sie verknüpft Begegnung mit dem gemeinsamen Nachdenken über globale Verantwortung – ein Anliegen, das Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot betonte. „Als erstes Fairtrade-Bundesland Deutschlands setzen wir ein starkes Zeichen für Fairen Handel und globale Verantwortung“, sagte sie. Bildung schaffe Bewusstsein für weltweite Zusammenhänge und zeige jungen Menschen, dass ihr eigenes Handeln etwas bewirken könne.
Hinter der Auszeichnung stecken konkrete Projekte, die die Schülerinnen und Schüler im Schuljahr 2025/26 erarbeitet haben. Das Saarpfalz-Gymnasium widmete sich gemeinsam mit seiner Austauschschule dem Fairtrade-Kakao und den Bedingungen des Anbaus. Bei einem Besuch im Homburger Eine-Welt-Laden lernten die Jugendlichen die Herkunft alltäglicher Produkte kennen, aus den Ergebnissen entstand eine Ausstellung im Lichthof der Schule. An der Gemeinschaftsschule wiederum ging es bei Projekttagen um die Herstellung von Kleidung und die Produktionsbedingungen von Smartphones in globalen Lieferketten.
Staatssekretär Sebastian Thul hob hervor, wie ernst gerade junge Menschen nachhaltige Themen nähmen. „Sie fragen nach, denken kritisch mit und setzen eigene Ideen um“, erklärte er. Die Auszeichnung sei zugleich Anerkennung und Ansporn, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen und auch andere zu begeistern. Am Berufsbildungszentrum standen Kakao und Schokolade im Mittelpunkt, unter anderem in Form eines eigenen Kakao-Parcours, während sich die Klasse Kinderpflege mit einem fairen und gesunden Frühstück in einer inklusiven Kita beschäftigte.
Für Landrat Frank John sind die 50 Klassen ein Beleg dafür, dass die Themen nicht nur theoretisch bleiben. Er zeigte sich überzeugt, dass Schokolade künftig „mit mehr Bewusstsein und Respekt gegenüber den Kakaobauern gekauft“ werde. Auch Wynnie Mbindyo von der Fairtrade Initiative Saarland dankte allen Beteiligten dafür, dass sie zeigten, wie fairer Handel, Inklusion und Nachhaltigkeit zusammengehören. Kampagnenleiter Peter Weichardt sprach von einem großartigen Erfolg, weil der Faire Handel an den Schulen durch konkrete Aktionen lebendig werde.
Mit dem Jubiläum ist die Kampagne noch längst nicht am Ziel. Auch im Schuljahr 2026/27 können sich Grundschulklassen und Klassen weiterführender Schulen beteiligen und eigene Aktivitäten rund um den Fairen Handel auf die Beine stellen. Informationen zu den Kriterien und zur Bewerbung gibt es bei Peter Weichardt von der Fairtrade Initiative Saarland unter p.weichardt@faires-saarland.de sowie auf www.faire-klasse.de.


















