Das Netzwerk rund um das Biosphärenreservat Bliesgau bekommt Zuwachs. Beim Biosphärenfest in Walsheim wurde die Kita Peppenkum offiziell als Biosphären-Kita ausgezeichnet, gleichzeitig rückten drei weitere Akteure ins Partner-Netzwerk der Region nach. Prominenz gab dem Anlass Gewicht: Umweltministerin Petra Berg, Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot, Landrat und Verbandsvorsteher Frank John sowie Gersheims Bürgermeister Michael Clivot honorierten das Engagement für eine nachhaltige Entwicklung des Bliesgaus.
Mit der Kita Peppenkum wächst zugleich das LEADER-Projekt „Netzwerkaufbau Biosphären-Kita“, das Bildung für nachhaltige Entwicklung fest im pädagogischen Alltag verankern will – altersgerecht und dauerhaft. Die sechsgruppige Einrichtung führt ihr bilinguales Profil als Élysée-Kita mit einem klaren Schwerpunkt auf Naturverbundenheit zusammen. Schon der Eingangsbereich macht das deutlich: Eine Biosphären-Ecke informiert über laufende Projekte, eine Tauschbörse regt zum bewussten Umgang mit Ressourcen an, und regionale Eier liegen zum Verkauf bereit.
Herzstück des Konzepts ist die Waldgruppe. „Ganzjährig verbringen die Kinder wochenweise Zeit im nahegelegenen Wald und sammeln dort Erfahrungen mit Natur, Selbstständigkeit und Mitbestimmung“, erläutert Bürgermeister Michael Clivot. Ergänzt werde das Ganze durch „Peppis magische Abenteuerreise“, ein selbst entwickeltes deutsch-französisches Bilderbuch.
Doch das Biosphärenreservat lebt nicht nur von seinen Kitas. „Ob in einer Kita, einem landwirtschaftlichen Betrieb, in Gastronomie oder Tourismus – jeder Beitrag zählt und zeigt, dass Nachhaltigkeit im Bliesgau ganz konkret gelebt wird“, betonte Landrat Frank John. Neu ins Partner-Netzwerk aufgenommen wurden der Biohof Hochscheid, der Natur- und Landschaftsführer Axel Kammerer sowie dessen Imkerei.
Der Biohof Hochscheid, bewirtschaftet von Ayleen Hunsicker und Jan Burkhart, ist der letzte landwirtschaftliche Vollerwerbsbetrieb in St. Ingbert. Hier wachsen ganzjährig Salate und Gemüse, gehalten werden Rinder, Schafe und Schweine. Verkauft wird auf den Wochenmärkten in St. Ingbert und Kirkel, während der Saison lädt zudem eine Wanderhütte mit Biergarten zu selbstgebackenem Kuchen und Speisen aus eigener Erzeugung. Über eine Solidarische Landwirtschaft erhalten Mitglieder gegen einen festen Monatsbeitrag wöchentlich frische Anteile.
Axel Kammerer wiederum hat seit diesem Sommer die Esel vom Hof Sonnenbogen in Wolfersheim übernommen und führt die beliebten Esel-Wanderungen fort. Besonders am Herzen liegt ihm der Erhalt der Streuobstwiesen. Deren Früchte veredelt seine Imkerei zu Honig, zu Edelbränden aus Mispeln und Quitten sowie zu dekorativen Holzprodukten. Unter dem Namen „Holz & Honig“ landen die Erzeugnisse auf regionalen Märkten.
Dass diese Angebote die Region erlebbar machen, freut Birgit Grauvogel, Geschäftsführerin der Tourismuszentrale des Saarlandes und Vorsitzende des Vergaberates. Durch ihren Einsatz stärkten die Partnerbetriebe „das gesamte Saarland als nachhaltiges Reiseziel“, sagte sie. Umweltministerin Petra Berg sieht im Netzwerk ein gutes Beispiel dafür, wie sich regionale Akteure gegenseitig unterstützen und inspirieren – „ganz im Sinne einer Modellregion für nachhaltige Entwicklung“. Und Bildungsministerin Streichert-Clivot ergänzte, engagierte Menschen wie die Biosphären-Partner, Kitas und Schulen füllten verantwortungsvolles Handeln erst mit Leben.


















