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Musik, Begegnung und eine klare Botschaft: Homburg war am vergangenen Samstag Schauplatz eines der weltweiten Live-Peace-Konzerte rund um den Internationalen Friedenstag. Auf dem Historischen Marktplatz verband die Veranstaltung politische und gesellschaftliche Friedensbotschaften mit Live-Musik von Awajije sowie Oku and the Reggaerockers. Homburg war dabei die einzige Stadt im Saarland, die sich in diesem Jahr an der internationalen Konzertreihe beteiligte.

Der Internationale Friedenstag wird jedes Jahr am 21. September begangen. Die Vereinten Nationen haben ihn als Tag zur Stärkung der Friedensidee und seit 2001 zugleich als Zeitraum der Gewaltlosigkeit und des Waffenstillstands festgelegt.

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In Homburg begann der Abend bereits um 17 Uhr. Awajije machte den musikalischen Auftakt, bevor später Oku and the Reggaerockers übernahmen. Dazwischen gehörte die Bühne ganz bewusst auch den Botschaften, die hinter Live Peace stehen. Das offizielle Programm sah dafür eigene Redebeiträge von Live Peace, FriedensNetz Saar, Bürgermeister Manfred Rippel und Landrat Frank John vor.

Marilyn Heib, Co-Präsidentin von Live Peace und erneut eine der treibenden Kräfte hinter dem Homburger Konzert, erklärte auf der Bühne, wie die Idee entstanden ist.
Ausgangspunkt sei die Erinnerung an Live Aid im Jahr 1985 gewesen. Damals hätten sich Künstler zusammengeschlossen, um auf Hunger aufmerksam zu machen und Hilfe zu mobilisieren. Einige Jahrzehnte später sei daraus die Frage entstanden, ob Musik nicht erneut Menschen weltweit zusammenbringen könne – diesmal für den Frieden.

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„Wir brauchen wieder so eine Bewegung, aber dieses Mal für den Frieden“, sagte Heib. Die Überzeugung dahinter sei, „dass Frieden das wichtigste Thema unserer Zeit ist, dass aber Musik auch ein super Weg ist, Menschen zusammenzubringen“. Aus kleinen Konzerten im Jahr 2024 seien nach ihren Angaben im vergangenen Jahr bereits 50 Veranstaltungen geworden. „Und dieses Jahr haben wir 88 Konzerte auf der ganzen Welt und eins davon hier in Homburg“, sagte Heib.

Drei Minuten bis zur Zusage

Dass Homburg erneut dabei sein würde, war offenbar schnell geklärt. Heib erzählte, sie habe Bürgermeister Manfred Rippel angerufen und gefragt, ob Homburg in diesem Jahr eines der Live-Peace-Konzerte ausrichten könne. „Und es hat ungefähr drei Minuten gedauert. Da hat er gesagt: Das machen wir.“ Für Heib war diese schnelle Zusage wichtig, weil sie der Initiative Rückenwind gegeben habe, weitere Städte anzusprechen. Sie verwies auf Orte wie Oslo, Málaga, Paris oder Berlin, die ebenfalls Teil des internationalen Netzwerks seien. „Deswegen nochmal einen ganz besonderen Dank an Herrn Rippel und an die Stadt Homburg“, sagte sie.

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Rippel selbst bestätigte, dass die Entscheidung innerhalb der Stadtspitze schnell gefallen sei. „Uns war klar: Da dürfen wir natürlich nicht fehlen.“ Er zeigte sich besonders darüber erfreut, dass Homburg als einzige Stadt im Saarland vertreten war. Die Stadt selbst hatte die Veranstaltung als erneute Beteiligung an der internationalen Initiative angekündigt und Homburg dabei in eine Reihe mit Städten wie Oslo, Málaga oder Brügge gestellt.

„Frieden die erste Priorität“

Heib machte in ihrer Ansprache zugleich deutlich, dass Live Peace keine Veranstaltung sein solle, die einfache Schuldzuweisungen verteilt. „Es geht nicht darum zu sagen, der ist böse oder der ist gut“, sagte sie. Internationale Konflikte seien komplex und müssten von den Verantwortlichen verhandelt werden. Der Kern der Initiative sei vielmehr die Forderung, „dass Frieden die erste Priorität ist von den Entscheidungsträgern und von den Politikern“ und dass diplomatische Wege gesucht werden.

Genau dieser Gedanke zog sich durch den Abend: Musik sollte nicht bloß Rahmenprogramm sein, sondern Menschen zusammenbringen, die sich mit dem Thema Frieden beschäftigen wollen. Passend dazu war auch das FriedensNetz Saar mit einem eigenen Informationsstand vertreten.

FriedensNetz Saar setzt auf Gespräch und Diplomatie

Ein Vertreter des FriedensNetz Saar nutzte seinen Redebeitrag, um eine deutlich friedenspolitische Position zu formulieren. Er sprach sich kritisch gegenüber steigenden Rüstungsausgaben aus und warb stattdessen für Diplomatie, Rüstungskontrolle und Verständigung. Dabei machte er ausdrücklich deutlich, dass dies die Position des Friedensnetzwerks sei.

„Frieden ist dagegen immer dort entstanden, wo Staaten bereit waren, miteinander zu reden“, sagte er. Sicherheit könne seiner Auffassung nach nicht gegen andere, sondern nur gemeinsam erreicht werden. Seine Forderung lautete deshalb: „Diplomatie statt Drohgebärde, Verhandlung statt Verweigerung des Gesprächs, Rüstungskontrolle und Begrenzung statt einem Wettlauf ohne Grenzen.“

Zugleich appellierte er an die Besucher, das Thema nicht nur großen politischen Debatten zu überlassen. „Meinungen entstehen nicht nur in Talkshows und Parlamentsdebatten, sondern genau dort, wo Menschen einander vertrauen und einander zuhören“, sagte er. Gespräche am Arbeitsplatz, im Sportverein, unter Freunden oder am Küchentisch könnten ebenfalls dazu beitragen, unterschiedliche Positionen sichtbar zu machen.

Frank John: Frieden beginnt auch „im Kleinen“

Auch Landrat Frank John knüpfte an diesen Gedanken an. „Für mich ist das ein Thema, das wir nicht nur weltweit, sondern auch im Kleinen bei uns schon nehmen müssen“, sagte er. Man müsse „jeden Tag zusammen auch für den Frieden arbeiten“.
Für ihn sei deshalb klar gewesen, dass auch der Saarpfalz-Kreis die Veranstaltung unterstützen wolle. „Ich bin sehr, sehr stolz, dass das meine Kreisstadt ist“, sagte John mit Blick auf die Teilnahme Homburgs am internationalen Konzertnetzwerk.

Bürgermeister Rippel dankte neben Live Peace und allen Beteiligten auch Raimund Konrad und seinem Team für den diesjährigen Musiksommer. Der Live-Peace-Abend bildete zugleich den Abschluss der verlängerten Musiksommer-Saison. Auch die Sponsoren, insbesondere Naturwaren Dr. Theiss, hob Rippel in seinem Dank hervor.

Dann übernimmt die Musik

Nach den Ansprachen gehörte der Historische Marktplatz endgültig der Musik.
Awajije hatte den Nachmittag eröffnet, anschließend übernahmen Oku and the Reggaerockers. Mit Reggae, Rock und deutschen Texten zog die Band schnell immer mehr Besucher vor die Bühne. Der Platz füllte sich, die Stimmung wurde zunehmend ausgelassener und aus dem politischen und gesellschaftlichen Rahmenprogramm wurde ein echtes Konzert.

Selbst ein kurzfristiges technisches Problem mit einer E-Gitarre brachte den Abend nicht aus dem Takt. Der Bandleader überbrückte die Unterbrechung souverän, das Publikum blieb dabei und die Band fand schnell wieder in ihren Rhythmus. Gerade diese Mischung machte den Abend aus: keine klassische politische Kundgebung, aber auch kein Konzert ohne Botschaft.

Musik als gemeinsame Sprache

Marilyn Heib hatte diesen Gedanken zuvor auf der Bühne formuliert: Musik könne Menschen zusammenbringen, auch wenn sie in anderen Fragen unterschiedlich denken.
Und genau das zeigte sich auf dem Marktplatz. Menschen kamen wegen der Bands, andere wegen der Friedensinitiative, manche blieben vielleicht einfach stehen, weil sie neugierig wurden.

Am Ende stand aber über allem dieselbe Botschaft, die Live Peace international verwendet: „We Want Peace.“ In Homburg wurde daraus an diesem Samstag kein abstrakter Slogan, sondern ein Abend mit Musik, Gesprächen und vielen Menschen auf dem Historischen Marktplatz.

Alle Bilder: Friedel Simon

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