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Livemusik, Kerwetreiben, deftiges Mittagessen, Frühschoppen und ein eigenes Fußballturnier: Reiskirchen hat am vergangenen Wochenende drei Tage lang Kerb gefeiert. Rund um Dorfplatz, Bürgerzentrum und Sportplatz zeigte sich dabei vor allem, wie sehr die Veranstaltung von Vereinen und Ehrenamt getragen wird.

Los ging es bereits am Freitagabend auf dem Sportplatz mit dem Elfmeter-Flutlicht-Cup. Am Samstag verlagerte sich das Geschehen dann auf den Dorfplatz. Ab dem Nachmittag wurde dort gefeiert, musikalisch begleitet von den Harrasberger Sängern und später von Herbert Dahl alias „Hurricane Herb“. Dazu gehörte alles, was eine klassische Dorfkerb ausmacht: Kinderkarussell, Schießstand, Mandelbrennerei, Essen und Getränke – und vor allem viele Gelegenheiten, sich zu treffen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

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Am Sonntag begann der Kerwetag bereits mittags. Auf der Speisekarte standen unter anderem Leberknödel, Gefillde und Hausmacher, musikalisch begleitet vom Musikverein Reiskirchen. Später folgten Kaffee und Kuchen, ehe das Kerwetreiben auf dem Dorfplatz bis in den Abend weiterging. Gerade diese Mischung aus Essen, Musik und unkompliziertem Beisammensein macht den Charakter der Reiskircher Kerb aus. Sie ist weniger großes Event als vielmehr ein Termin, an dem sich der Ort selbst trifft. Und genau das war am Wochenende wieder zu spüren.

Ganz vorbei war die Kerb auch am Montag noch nicht. Zum traditionellen Kerbemontag wurde noch einmal zum Frühschoppen eingeladen. Im Gespräch vor Ort wurde deutlich, dass auch dieser Teil bewusst mit Unterstützung des Sportvereins organisiert wurde. Die Einnahmen sollten dem Verein zugutekommen. „Das geht also alles in die Kasse vom Sportverein“, hieß es dazu im Gespräch mit Lothar Schackmar. Dabei ging es gar nicht darum, riesige Besucherzahlen zu erreichen. Schon einige Dutzend Gäste seien besser als gar keine, so der Tenor der Organisatoren.

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Hinter dem Wochenende steckt entsprechend viel ehrenamtliche Arbeit. Stände müssen aufgebaut, Essen organisiert, Musik gebucht und Helfer gefunden werden. Gerade kleinere Stadtteile zeigen bei solchen Veranstaltungen, wie viel Dorfleben noch immer über Vereine funktioniert. Die Kerb ist dabei nicht nur Tradition, sondern auch eine Möglichkeit, Einnahmen für örtliche Strukturen zu erzielen und Menschen zusammenzubringen.

Dass dieses Engagement wichtig ist, zeigt sich auch mit Blick auf das Bürgerzentrum. Im Gespräch wurde deutlich, dass dort finanzielle Herausforderungen bestehen und der Bürgerverein seit seiner Gründung bereits viel geleistet habe.

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Am Ende war die Reiskircher Kerb deshalb vor allem eines: ein Wochenende mit vielen kleinen Treffpunkten. Auf dem Sportplatz beim Elfmeter-Cup, am Samstagabend bei Livemusik, am Sonntag beim Mittagessen oder am Montag beim Frühschoppen. Nicht jeder Programmpunkt musste groß sein. Entscheidend war, dass etwas stattfand – und dass Menschen kamen. Genau davon lebt eine Dorfkerb wie in Reiskirchen.

Alle Bilder: Friedel Simon

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