Foto: Staatskanzlei des Saarlandes/Alexander Caspar
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Fünf Jahre nach dem Abriss der alten Schule hat Neunkirchen seinen neuen Lernort offiziell in Betrieb genommen. Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot und Landrat Sören Meng weihten den Neubau der früheren Gemeinschaftsschule Neunkirchen-Stadtmitte ein – und übergaben ihn zugleich unter einem neuen Namen: Seiji-Kimoto-Gemeinschaftsschule. Mit dieser Entscheidung verbindet die Schule einen klaren Anspruch, nämlich Kunst, Menschenwürde und demokratisches Miteinander zum festen Bestandteil des Alltags zu machen.

„Fünf Jahre nach dem Abriss der alten Schule können die Schülerinnen und Schüler in Neunkirchen endlich ihr neues Schulgebäude mit Leben füllen“, sagte Rehlinger bei der Einweihung. Jedes Kind bringe eigene Talente und Bedürfnisse mit, eine gute Schule müsse die Bedingungen schaffen, damit sich alle bestmöglich entfalten könnten. Besonders gespannt sei sie darauf, wie sich die Kinder und Jugendlichen die Räume aneignen und zu ihrem eigenen Ort machten.

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Der barrierefreie Neubau ist für bis zu 600 Schülerinnen und Schüler ausgelegt und folgt einem modernen pädagogischen Raumkonzept. Herzstück sind sogenannte Jahrgangscluster mit jeweils vier Klassenräumen, einem Teamraum und großzügigen offenen Lernflächen, die unterschiedliche Formen des Lernens und Arbeitens zulassen. Hinzu kommen drei Fachcluster, ein zentrales Lernzentrum, ein musisch-künstlerischer Bereich und eine Talent Company. Den Mittelpunkt des Schullebens bildet eine kombinierte Aula und Mensa, während die Außenbereiche Platz für Bewegung und Begegnung bieten.

Mit der Namensgebung würdigt die Schule einen Künstler, der Zeit seines Lebens unbequeme Fragen stellte. „Seine Werke fordern uns auf, hinzusehen, zu hinterfragen und Haltung zu zeigen“, betonte Bildungsministerin Streichert-Clivot. Genau diese Haltung wolle man auch jungen Menschen vermitteln: selbstständig denken, andere Perspektiven respektieren und Verantwortung übernehmen. Mit Kimoto als Namensgeber verbinde die Schule kulturelle Bildung mit demokratischen Werten und setze ein Zeichen für Toleranz und Menschlichkeit.

Seiji Kimoto wurde 1937 in Osaka geboren und kam 1967 nach Deutschland. Er studierte an der Werkkunstschule Saarbrücken, der heutigen Hochschule der Bildenden Künste Saar, und lebte über viele Jahrzehnte in Wiebelskirchen. Als Bildhauer und Kalligraf fand er auch über die Grenzen des Saarlandes hinaus Anerkennung. In seinen Arbeiten setzte er sich immer wieder mit Macht, Ohnmacht, Gewalt und Menschenrechten auseinander. Zahlreiche Skulpturen und Mahnmale erinnern an Opfer von Verfolgung und Unterdrückung – darunter das Mahnmal für Zwangsarbeiter im Neunkircher Hüttenpark. Der 2022 verstorbene Künstler blieb seiner Wahlheimat bis zuletzt eng verbunden.

Neben dem neuen Gebäude profitiert die Schule von zusätzlicher Förderung: Sie zählt zu den 55 Startchancen-Schulen im Saarland. Über das Programm fließen Mittel in flexibles Mobiliar, Selbstlernangebote und Experimentiermaterialien, im Schuljahr 2026/27 wird zudem die Schulsozialarbeit verstärkt. Landrat Meng sieht darin ein starkes Signal. Der Name erinnere an einen Künstler, dessen Werk für Zivilcourage stehe, und ermutige die Schülerinnen und Schüler, kritisch zu denken und die Gesellschaft aktiv mitzugestalten.

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