Der Zustand der saarländischen Wälder verschlechtert sich weiter – und der Klimawandel hinterlässt deutliche Spuren. Das ist das zentrale Ergebnis des Waldzustandsberichts 2026, den Umweltministerin Petra Berg am 3. November gemeinsam mit Thomas Steinmetz, dem Betriebsleiter des SaarForst Landesbetriebs, der Öffentlichkeit vorstellte. Mit Ausnahme von Eiche und Fichte zeigen alle untersuchten Baumarten ein höheres Schadniveau als im Vorjahr.
Verantwortlich dafür ist vor allem das Wetter. „Die Messdaten zeigen bereits seit Jahren, dass unser Wald unter dem Klimawandel leidet“, sagte Berg. „Ein überdurchschnittlich warmes Frühjahr, insbesondere eine intensive Hitzewelle im Juni, sowie der wärmste Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen mit zu wenigen Niederschlägen führten zu einer Austrocknung der Böden und einer Belastung der Vegetation.“ Die geleerten Wasserspeicher im Boden und die geschwächten Bäume bildeten eine gefährliche Mischung.
Die Folgen waren im Lauf des Jahres unübersehbar. Bis Ende August registrierten die Behörden mehr als 185 Wald- und Vegetationsbrände, die meisten davon ausgelöst durch fahrlässiges menschliches Handeln. Der größte Brand seit Jahrzehnten wütete im Raum Illingen und erfasste eine Fläche von 18 Hektar.
Doch der Bericht zeichnet kein einheitliches Bild. Während sich der Kronenzustand im nördlichen und östlichen Saarland verbesserte, verschlechterte er sich vor allem in der Mitte und im Südwesten. Auch zwischen den Baumarten gibt es große Unterschiede. Eichen und Fichten erholten sich leicht, zudem ging der Borkenkäferbefall an der Fichte weiter zurück. Deutlich schlechter steht es um die Buche, die neben dem Trockenstress durch eine außergewöhnlich starke Fruchtbildung zusätzlich belastet wurde und 2026 einen Höchstwert bei der Verlichtung erreichte. Ahorn und Birke verzeichneten ebenfalls neue Spitzenwerte beim Schadniveau.
Für Ministerin Berg ergibt sich daraus eine klare Richtung. „Eine der wichtigsten Aufgaben der Waldwirtschaft und aller Akteure rund um den Wald bleibt, die Resilienz der Wälder zu steigern und ihre Bewirtschaftung an die Folgen des Klimawandels anzupassen“, betonte sie. Der Umbau der saarländischen Wälder sei ein langwieriger Prozess, für den es einen langen Atem brauche.
Konkret setzt das Land auf eine groß angelegte Wiederaufforstung. In der Pflanzsaison von November 2026 bis März 2027 bringt der SaarForst Landesbetrieb 105.265 Pflanzen im Staatswald und im mitbeförsterten Kommunalwald in die Erde. Darüber hinaus unterstützt das Land die Wiederbewaldung von weiteren 90 Hektar Privat- und Kommunalwald mit 55.000 standortheimischen und standortgerechten Bäumen.
Das Saarland gehört zu den waldreichsten Bundesländern. Auf rund 93.000 Hektar bedeckt der laubbaumreiche Wald etwa 36 Prozent der Landesfläche. Seit 1984 dokumentiert der jährliche Waldzustandsbericht die Gesundheit der heimischen Bäume und Ökosysteme und bildet damit eine wichtige Grundlage für künftige forstpolitische Entscheidungen.




















