Wie sicher lässt es sich im Saarland radeln, wo klemmt es an Radwegen und wo macht das Fahren sogar Spaß? Genau diese Fragen stellt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) jetzt wieder allen, die regelmäßig im Sattel sitzen. Seit dem 1. September läuft der bundesweite Fahrradklima-Test 2026 – und noch bis zum 30. November können Radfahrerinnen und Radfahrer ihr Urteil abgeben.
Die Idee dahinter ist einfach: Niemand kennt die Schwachstellen im Alltag besser als die Menschen, die täglich zwischen holprigen Wegen und unübersichtlichen Kreuzungen unterwegs sind. „Wer regelmäßig mit dem Fahrrad im Saarland unterwegs ist, weiß am besten, was gut funktioniert und wo Kreuzungen noch unübersichtlich sind und es an Radwegen fehlt“, sagt Thomas Fläschner, Vorsitzender des ADFC Saar. Diese Erfahrungen sollen sichtbar gemacht werden – auch für die politisch Verantwortlichen.
Fläschner sieht in den gesammelten Rückmeldungen ein Werkzeug, um den Handlungsbedarf klar zu benennen. Die Ergebnisse zeigten, wo das Saarland und seine Kommunen beim Radverkehr tatsächlich stünden und in welchen Bereichen noch nachgebessert werden müsse. Sein Appell richtet sich deshalb an alle, die aufs Rad steigen: mitmachen und die eigene Meinung einbringen.
Eine echte Neuerung gibt es in diesem Jahr. Erstmals bekommen Kinder und Jugendliche eine eigene Umfrage. Der Grund liegt auf der Hand: Gerade junge Menschen brauchen besonders sichere Bedingungen, um selbstständig zur Schule, zum Sport oder in der Freizeit zu fahren. „Kinder und Jugendliche erleben den Straßenverkehr anders als Erwachsene“, erklärt Ute Kirchhoff, Co-Vorsitzende des ADFC Saar. Ihre Antworten könnten sehr konkret zeigen, ob junge Menschen im Saarland gerne Rad fahren und was sich ändern müsse, damit sie sicher unterwegs seien.
Insgesamt setzt sich der Fahrradklima-Test aus drei Bausteinen zusammen. Neben der Bewertung durch Radfahrende und der neuen Jugendbefragung geben auch die Städte und Gemeinden selbst Auskunft darüber, wie sie den Radverkehr fördern. So entsteht ein Bild der Fahrradfreundlichkeit aus drei Blickwinkeln. Die Online-Umfrage umfasst 27 Fragen und dauert rund zehn Minuten; teilnehmen lässt sich unter fkt.adfc.de/befragung.
Für ADFC-Bundesvorsitzenden Frank Masurat geht es um mehr als Statistik. „Radfahren hält fit, ist kostengünstig und gut für das Klima – Spaß macht es obendrein“, sagt er. Viele Kommunen bauten deshalb Radwege und Fahrradparkhäuser, doch die Bedingungen unterschieden sich von Ort zu Ort erheblich. Die Befragung findet bereits zum zwölften Mal statt. Ihre Auswertung samt bundesweitem Ranking der fahrradfreundlichsten Städte wird im Frühjahr 2027 vorgestellt. Gefördert wird der Test vom Bundesministerium für Verkehr aus Mitteln des Nationalen Radverkehrsplans.



















