Im Haus des Wissens auf dem Campus der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes herrschte am Montag reger Betrieb: Jugendliche arbeiteten an Bildschirmen, präsentierten Projekte, diskutierten mit Coaches – und mittendrin die offizielle Eröffnung von TUMO Saar. Das Lernzentrum für digitale Bildung läuft bereits seit September 2025, nun wurde es feierlich eingeweiht, unter anderem im Beisein von Ministerpräsidentin Anke Rehlinger und Wirtschaftsminister Jürgen Barke.
TUMO Saar richtet sich an junge Menschen zwischen 12 und 18 Jahren und setzt auf ein innovatives, kostenloses Bildungskonzept, das ursprünglich in Armenien entwickelt wurde und auf Initiative der KfW nach Deutschland kam. Das Zentrum ist als außerschulischer Lernort angelegt und soll langfristig auf rund 1.400 Quadratmetern am Schanzenberg seinen festen Sitz haben. Ergänzt wird es durch sogenannte TUMO Boxen in fünf saarländischen Landkreisen, die den Zugang in der Fläche erleichtern sollen. Noch befinden sich sowohl das Hauptzentrum als auch die Boxen im Aufbau, bis dahin ist TUMO Saar im Haus des Wissens untergebracht.
Dort können bereits die ersten Jugendlichen digitale Fähigkeiten erwerben und eigene kreative Projekte umsetzen – unabhängig von ihren Vorkenntnissen und ohne Teilnahmegebühren. Finanziert wird das Angebot maßgeblich aus dem Transformationsfonds der saarländischen Landesregierung. Weitere Förderer sind die RAG-Stiftung aus Essen, die parallel auch ein TUMO Lernzentrum im Ruhrgebiet ermöglicht hat, sowie die Montan-Stiftung-Saar. Operativ betrieben wird TUMO Saar von der Digital Talent Factory Saar gGmbH als Projektträger.
Ministerpräsidentin Anke Rehlinger betonte bei der Eröffnung die Bedeutung des Projekts für das Land: „Bildung ist ein zentraler Faktor für die Zukunft des Saarlandes im Strukturwandel. Alle Kinder sollen alle Chancen haben. Mit dem TUMO-Zentrum gehen wir einen innovativen Weg, insbesondere für starke MINT-Kompetenzen, finanziert aus dem Transformationsfonds.“ Wirtschafts- und Digitalminister Jürgen Barke knüpfte daran an: „Wenn ich an die digitale Zukunft des Saarlandes denke, denke ich nicht zuerst an Computer oder Maschinen – sondern an junge Menschen mit Neugier, Kreativität und Lust am Ausprobieren. Unsere Wirtschaft braucht genau diese Talente. Mit TUMO Saar schaffen wir dafür einen starken Ort der außerschulischen Technologie-Bildung.“
Auch die Förderstiftungen stellten bei der Eröffnung ihre Ziele heraus. „Die RAG-Stiftung setzt sich für bessere Bildungschancen ein, nicht nur im Ruhrgebiet, sondern auch im Saarland. Wir wollen, dass junge Menschen neugierig auf MINT-Themen werden. TUMO Saar gelingt es auf hervorragende Weise, dass das Lernen hier Spaß macht und die Jugendlichen ganz nebenbei wertvolle Kompetenzen für Schule und Beruf erwerben“, sagte Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied des Vorstands der RAG-Stiftung. Christian Weber, Geschäftsführer der Montan-Stiftung-Saar, verwies auf die Veränderungen in der saarländischen Stahlindustrie: „Die Transformation der saarländischen Stahlindustrie umfasst weit mehr als die Dekarbonisierung unserer Stahlproduktion. Sie bedeutet einen tiefgreifenden Umbau und eine umfassende Digitalisierung unserer gesamten Unternehmenslandschaft. Für diesen Weg in eine nachhaltige und moderne Zukunft benötigen wir engagierte junge Menschen mit einer fundierten MINT-Ausbildung, die diesen Wandel aktiv mitgestalten möchten. Als Eigentümerin der saarländischen Stahlindustrie hat die Montan-Stiftung-Saar ein großes Interesse daran, genau solche motivierten Nachwuchskräfte aus dem TUMO Netzwerk zu identifizieren, zu gewinnen und gezielt zu fördern.“
Die Eröffnung wurde von einem Programm begleitet, bei dem Jugendliche, die seit September am TUMO-Programm teilnehmen, erste Projektergebnisse vorstellten und von ihren Erfahrungen berichteten. Im Zentrum stehen Lernphasen, in denen die Teilnehmenden in ihrem eigenen Tempo Themen wie Programmierung, Grafikdesign, Robotik, Fotografie, Zeichnen, 3D-Modellierung, Filmproduktion und Game Development erkunden. Ergänzt werden diese Selbstlernphasen durch Workshops. Unterstützt werden die Jugendlichen von Coaches, die sie individuell begleiten, motivieren und bei der Lösung von Aufgaben helfen.
Aktuell nehmen bereits rund 250 Jugendliche in verschiedenen Lerngruppen regelmäßig am Programm von TUMO Saar teil. Sie kommen ein- bis zweimal pro Woche für jeweils zwei Stunden ins Zentrum. In den kommenden Wochen und Monaten soll das Angebot deutlich ausgeweitet werden. Ziel ist, dass künftig über 2.000 Jugendliche pro Woche teilnehmen und die Angebote für ihren persönlichen Bildungsweg nutzen können. Informationen zum Programm und zur Anmeldung sind online unter saar.tumo.de abrufbar.






















