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Wer in Deutschland mit dem Smartphone unterwegs ist, hat beim Mobilfunkvertrag so viel Auswahl wie selten zuvor – und das gerade im unteren Preissegment. Eine neue internationale Vergleichsstudie zeigt, dass kleine und mittlere Datentarife hierzulande im Vergleich zu anderen Industrienationen besonders günstig sind. Gleichzeitig bleibt das Gesamtpreisniveau wettbewerbsfähig, während hohe Surfgeschwindigkeiten in vielen Fällen ohne Aufpreis zu haben sind.

Veröffentlicht wurde die Analyse am 28. Januar 2026 in Berlin. Im Auftrag des Digitalverbands Bitkom hat das Marktforschungsunternehmen Tarifica die Mobilfunkpreise in zwölf Ländern untersucht. Neben Deutschland standen die Flächenländer Finnland, Frankreich, Italien, Niederlande, Österreich, Schweiz, Spanien und das Vereinigte Königreich im Fokus, außerhalb Europas wurden Japan, Südkorea und die USA betrachtet. Das Ergebnis: Deutschland liegt insgesamt preislich im Mittelfeld, ist aber bei günstigen Einstiegstarifen vorne mit dabei und über alle Profile hinweg günstiger als die USA, die Schweiz und Finnland.

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„In Deutschland haben Verbraucherinnen und Verbraucher eine große Auswahl an Tarifen – insbesondere für schmale Geldbeutel. Gerade bei niedrigen und mittleren Datenvolumen liegt Deutschland im internationalen Vergleich vorn und gehört zu den preisgünstigsten Märkten“, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Für den Vergleich wurden fünf typische Nutzungsprofile von XS bis XL definiert – von Wenignutzern bis hin zu intensiver Datennutzung mit maximalen Geschwindigkeiten. Für jedes Profil wurden die jeweils günstigsten Angebote aller relevanten Anbieter ermittelt, inklusive einmaliger Kosten, gemittelt über 24 Monate.

Besonders gut schneidet Deutschland bei den Profilen XS und S ab. Diese stehen für Tarife mit mindestens 7 GB (XS) beziehungsweise mindestens 20 GB (S) Datenvolumen im Monat und decken damit vor allem Kommunikation, Social Media und gelegentliches Streaming ab. Der günstigste XS-Tarif liegt hierzulande bei 5,24 Euro pro Monat und bringt Deutschland in diesem Profil auf Platz 3. Beim Profil S beginnt der günstigste Tarif bereits bei 6,12 Euro, was Platz 2 bedeutet. Die mittleren Preise liegen im S-Profil bei rund 15 Euro im Monat. „Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das: Auch wer jeden Cent dreimal umdrehen muss, findet in Deutschland ein bezahlbares Mobilfunkangebot“, so Rohleder. Auffällig ist, dass Spanien in beiden Profilen die niedrigsten Preise bietet, während etwa Finnland, die Schweiz und die USA deutlich höhere Einstiegspreise verlangen oder gar keine Tarife für kleines Budget im Angebot haben. In Ländern wie Frankreich und Italien sind XS- und S-Tarife häufig gleich bepreist, sodass dort oft größere Pakete gebucht werden müssen, selbst wenn wenig Daten benötigt werden.

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Beim Profil M mit rund 50 GB Datenvolumen pro Monat, das eine intensivere mobile Nutzung abbildet, liegt der günstigste Tarif in Deutschland bei 8,74 Euro, der mittlere Preis bei rund 21 Euro. Damit positioniert sich Deutschland im internationalen Mittelfeld und bleibt günstiger als einige wichtige Vergleichsmärkte wie die USA, Japan und Südkorea. Die hohen Profile L und XL umfassen jeweils 100 GB pro Monat, einmal mit und einmal ohne Begrenzung der Übertragungsgeschwindigkeit. In Deutschland macht dies preislich keinen Unterschied: Hohe beziehungsweise maximale Geschwindigkeiten sind ohne Aufpreis verfügbar. Der günstigste Tarif liegt bei 18,66 Euro, der Medianpreis bei rund 24,60 Euro. Deutlich günstiger ist hier Italien, wo große Datentarife bereits ab rund 6 Euro (Profil L) beziehungsweise rund 8 Euro (Profil XL) zu haben sind. Am oberen Ende der Skala stehen die USA, wo der teuerste untersuchte XL-Tarif bei rund 95 Euro im Monat liegt.

Damit Kundinnen und Kunden auch künftig von bezahlbaren Tarifen und leistungsfähigen Netzen profitieren, sieht Bitkom politischen Handlungsbedarf. „Damit Verbraucherinnen und Verbraucher auch künftig von bezahlbaren Tarifen und sehr guten Netzen profitieren können, braucht es Rahmenbedingungen, die Investitionen erleichtern und den Netzausbau weiter beschleunigen“, erklärte Rohleder. Aus Sicht des Verbands sind vor allem ein konsequenter Abbau bürokratischer Hürden und vollständig digitale, schnellere Genehmigungsverfahren für Mobilfunkmasten nötig. Genehmigungen sollten bundesweit einheitlich und standardisiert über eine zentrale Plattform laufen, mehr Bundesländer eine wirksame Genehmigungsfiktion einführen und das im Sommer 2025 beschlossene „überragende öffentliche Interesse“ am Netzausbau müsse in den kommunalen Behörden tatsächlich angewendet werden.

Rohleder verweist darauf, dass die Telekommunikationsunternehmen beim Ausbau bereits Tempo gemacht hätten: „Die Telekommunikationsunternehmen haben beim Netzausbau ein hohes Tempo vorgelegt: 5G erreicht inzwischen 99 Prozent der Haushalte und rund 95 Prozent der Fläche. Um die politischen Ausbauziele zu erreichen, muss die Bundesregierung mit der anstehenden TKG-Novelle die verbleibenden Hürden abbauen.“ Grundsätzlich würden Endkundenpreise stark von regulatorischen Vorgaben, von Frequenzkosten sowie von Sicherheits- und Versorgungsauflagen beeinflusst. Darüber hinaus brauche es einen echten europäischen Binnenmarkt für Telekommunikation. Mehr Harmonisierung und weniger nationale Sonderwege – etwa bei der Vereinheitlichung von Verbraucherrechten – reduzierten Bürokratie und erleichterten Investitionen. „Ein wettbewerbsfähiger Telekommunikationsmarkt ist eine Grundvoraussetzung für leistungsfähige Netze und einen starken Digitalstandort Deutschland“, betont Rohleder.

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Die Studie basiert auf Tarifdaten, die im November 2025 erhoben wurden. Alle Informationen stammen von den Websites der ausgewählten Betreiber. Berücksichtigt wurden nur Dienste, die im jeweiligen Land tatsächlich angeboten werden. Mehrwertsteuer und andere nationale Steuern sind in den Preisen enthalten, regionale und lokale Steuern dagegen nicht. Für die USA wurde wegen der unterschiedlichen Steuersätze in den Bundesstaaten eine gewichtete durchschnittliche Umsatzsteuer berechnet. Aktionspreise flossen nicht in die Profilkosten ein, um ein möglichst realistisches und dauerhaftes Preisbild zu erhalten.

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