Foto: Florian Jung
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Graue Schaltkästen, die sonst kaum jemand eines Blickes würdigt, werden in der St. Ingberter Fußgängerzone zu kleinen Kunstwerken. Das Projekt „Kunst am Kasten“ hat nach rund zwei Jahren Vorlaufzeit seine ersten sichtbaren Ergebnisse hervorgebracht – und die kommen bei den Menschen in der Innenstadt offenbar bestens an.

Die Idee geht auf den Ortsrat St. Ingbert-Mitte zurück, der das Vorhaben vor etwa zwei Jahren angestoßen hat. Strom- und Kabelverteilerschränke, die das Straßenbild bislang eher nüchtern prägten, sollen durch künstlerische Gestaltung aufgewertet werden. Nach einer langen Planungsphase ist die Umsetzung nun angelaufen – und zwar mit tatkräftiger Unterstützung junger Kreativer vom Leibniz-Gymnasium.

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Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen fünf, sechs und elf erarbeiteten unter Anleitung der Kunstlehrerinnen Kathrin Bach und Anja Quarz rund 100 Entwürfe, die allesamt einen Bezug zu St. Ingbert aufweisen. Eine Jury wählte daraus die Motive aus, die nun auf mehrere Schaltkästen in der Fußgängerzone übertragen werden. Bereits fertiggestellt sind die Bücherzelle am Wilhelm-Chandon-Platz, ein Kasten am Eingang zum Bermuda-Dreieck sowie ein Schrank am Eingang der Kirchengasse. Ein weiterer Schaltkasten am Eingang zum Parkplatz Im Sumpe soll in Kürze folgen.

Foto: Florian Jung

Ortsvorsteherin Irene Kaiser zeigte sich sichtlich zufrieden mit dem Projektstart: „Ich bin sehr glücklich, dass wir nach der intensiven Vorbereitungszeit nun so weit sind und die Schülerinnen und Schüler des Leibniz-Gymnasiums die Gestaltung der Schaltkästen übernommen haben. Das ist ein großartiges Zeichen für Engagement und Kreativität in unserer Stadt.“ Auch der stellvertretende Ortsvorsteher Fabian Roschy betonte, wie viel das Projekt über das rein Gestalterische hinaus bewirke: „Besonders schön ist, dass viele junge Menschen mit Besuchern unserer Stadt und älteren Generationen ins Gespräch kommen. Ich freue mich sehr, dass die Aktion weitergeführt wird und noch viele weitere Schaltkästen gestaltet werden.“

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Hinter den Kulissen arbeiten mehrere Partner zusammen, damit aus den Entwürfen dauerhafte Hingucker werden. Der Ortsrat koordiniert das Projekt gemeinsam mit den Biosphäre-Stadtwerken, dem städtischen Bauhof und dem Kulturamt. Finanziell trägt unter anderem der Lions Club St. Ingbert dazu bei, dass die Aktion möglich ist. Die Kästen wurden vor der Bemalung fachgerecht vorbereitet und erhalten nach Fertigstellung eine dauerhafte Versiegelung, damit die Motive Wind und Wetter standhalten.

Dass das Konzept aufgeht, lässt sich schon jetzt in der Fußgängerzone beobachten. Passantinnen und Passanten bleiben vor den bunt gestalteten Kästen stehen, betrachten die Motive und kommen miteinander ins Gespräch. Was vor zwei Jahren als Idee im Ortsrat begann, hat sich zu einem Gemeinschaftsprojekt entwickelt, das der Innenstadt ein Stück Farbe und Identität verleiht – und das offensichtlich noch lange nicht abgeschlossen ist.

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