Wasserstoff statt Dieselqualm, digitale Schnitzeljagd statt staubigem Lehrbuch: Schülerinnen und Schüler aus dem Saarpfalz-Kreis haben beim landesweiten Wettbewerb „WAS – saarstoff“ gezeigt, wie kreativ Nachwuchsforscher die Energiewende denken können. Gleich zwei erste Plätze gehen in die Region – einer nach Bexbach, einer nach Blieskastel.
Ausgerichtet wird der Wettbewerb von der Saarländischen Wasserstoffagentur H₂Saar GmbH gemeinsam mit dem Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie des Saarlandes. Ziel ist es, ein Zukunftsthema, das sonst eher in Fachpublikationen verhandelt wird, für Kinder und Jugendliche greifbar zu machen. Dass das gelingen kann, beweisen die beiden ausgezeichneten Projekte aus dem Saarpfalz-Kreis auf eindrucksvolle Weise.
In der Kategorie der Grundschulen setzte sich die FGTS der Galileo-Schule und Grundschule Bexbach an die Spitze. Unter dem schlichten Titel „Unsere Idee“ entwarfen die Kinder ein Konzept für einen klimafreundlichen Schülerverkehr. Ihr Vorschlag: Die herkömmlichen Schulbusse sollen schrittweise durch Wasserstoffbusse ersetzt werden – zunächst auf den Bexbacher Linien 505 und 508, danach auf weiteren Strecken im Kreis. Weniger Abgase, weniger Lärm, sauberere Luft, so das Versprechen.

Bemerkenswert ist, wie konsequent die Grundschülerinnen und Grundschüler ihre Idee zu Ende dachten. Der nötige Wasserstoff solle umweltfreundlich aus Solar- und Windenergie erzeugt werden, auch an eine regionale Tankstelle wurde gedacht – ebenso an mögliche Partner vor Ort wie die Stadtwerke Bexbach. Entstanden ist das Projekt unter der Leitung von Anastasia Nikiforova. Als Trägerin der Einrichtung fördert die Gesellschaft für Aus- und Weiterbildung des Saarpfalz-Kreises (GAW gGmbH) die MINT-Bildung in der Region und freut sich über die Auszeichnung.
Einen von zwei ersten Plätzen bei den weiterführenden Schulen, jeweils mit 500 Euro dotiert, holte sich das Von-der-Leyen-Gymnasium in Blieskastel. Die Fünftklässlerinnen und Fünftklässler verlegten das abstrakte Thema kurzerhand auf die Straße: Sie entwickelten einen digitalen Actionbound rund um den Wasserstoff und verankerten ihn direkt im Stadtgebiet. Per Barcode führt jede Station zum nächsten Rätsel, ganz nebenbei lernen die Mitspielenden Wissenswertes über Herstellung, Transport und Einsatz des Energieträgers. Aus einem komplexen Technologiethema wird so eine interaktive Entdeckungstour. Gefördert wird die MINT-AG in Kooperation von Schule und Saarpfalz-Kreis.
Landrat Frank John reagierte sichtlich stolz auf die jungen Preisträgerinnen und Preisträger. „Was unsere Schülerinnen und Schüler hier auf die Beine gestellt haben, ist beeindruckend. Sie denken die Energiewende vom Schulbus bis zur Stadtrallye konsequent mit – kreativ, fundiert und mit echtem Bezug zu unserer Region“, betonte er. Genau diese Begeisterung für Naturwissenschaft und Technik brauche der Saarpfalz-Kreis. Sein Glückwunsch gelte beiden Schulen, den engagierten Lehrkräften und vor allem den Kindern selbst.
Für den Kreis sind die beiden Auszeichnungen mehr als nur ein netter Erfolg in einer Bildungsrubrik. Sie bestätigen eine Strategie, MINT-Themen früh, praxisnah und mit regionalem Bezug in den Schulen sowie im Medienzentrum+ in Blieskastel zu verankern. Wenn Zehnjährige über Buslinien und Elektrolyse diskutieren und Fünftklässler ihre Stadt zur Lernlandschaft machen, scheint diese Strategie aufzugehen.

















