Die Landarztquote im Saarland trifft weiterhin einen Nerv: Sämtliche 32 Studienplätze, die für den Jahrgang 2025/26 zur Verfügung standen, sind besetzt. Damit hat das Bundesland zum sechsten Mal in Folge ausreichend junge Menschen gefunden, die sich vertraglich darauf einlassen, später als Hausärztin oder Hausarzt im ländlichen Raum zu praktizieren.
Gesundheitsminister Magnus Jung wertet das Ergebnis als Beleg für die Anziehungskraft des Landes. „Ich freue mich, dass wir im Saarland trotz des anhaltenden, bundesweiten Ausbaus von Landarztförderprogrammen alle Studienplätze für den nächsten Jahrgang besetzen konnten“, erklärt er. Das zeige, dass das Saarland für junge Menschen aus der gesamten Republik ein attraktiver Studien- und Wohnort sei und sich auch viele Saarländerinnen und Saarländer langfristig im ländlichen Raum niederlassen wollten.
Die Herkunft der angehenden Medizinerinnen und Mediziner zeichnet ein bundesweites Bild. Mit 18 Personen stellt das Saarland selbst den größten Anteil, vier kommen aus Rheinland-Pfalz, drei aus Baden-Württemberg, zwei aus Hessen. Hinzu kommt je eine Bewerberin oder ein Bewerber aus Frankreich, Berlin, Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Unter den künftigen Studierenden sind 18 Frauen und 14 Männer.
Dass es überhaupt 32 Plätze gibt, ist eine vergleichsweise junge Entwicklung. Erst im April dieses Jahres hob die Landesregierung den Anteil der über die Quote vergebenen Plätze von 7,8 auf 10,8 Prozent an, was rein rechnerisch einen Sprung von rund 23 auf etwa 32 Plätze bedeutet. Hintergrund ist eine Bedarfsplanung, die in zahlreichen Regionen eine drohende Unterversorgung ausweist – insbesondere abseits der größeren Städte.

Die Ausweitung ist Teil einer Strategie, mit der das Land der Lücke in der hausärztlichen Versorgung schon heute entgegenwirken will, bevor sie sich in den kommenden Jahren zuspitzt. Junge Ärztinnen und Ärzte verbindlich an strukturschwächere Regionen zu binden, gilt als eines der zentralen Instrumente, um den Generationenwechsel in den Praxen abzufedern.
Die Spielregeln dahinter sind klar definiert. Seit dem Wintersemester 2020/2021 vergibt die Universität des Saarlandes einen Teil ihrer Humanmedizin-Studienplätze über die Landarztquote, wobei sich die jeweilige Zahl an der Belegung des Vorjahres orientiert. Wer einen dieser Plätze annimmt, verpflichtet sich vertraglich, nach Studium und fachärztlicher Weiterbildung in der Allgemeinmedizin zehn Jahre lang in einer unterversorgten oder von Unterversorgung bedrohten ländlichen Region des Saarlandes zu arbeiten. Ein langer Weg – aber einer, für den sich erneut mehr als genug Bewerberinnen und Bewerber gefunden haben.


















