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Symbolbild

Den Menschen im Saarland wird selten Physiotherapie verschrieben. Im Jahr 2020 entfielen hier auf 1.000 Versicherte 436 Verordnungen für Physiotherapie. Im Vergleich aller Bundesländer lag dieser Wert nur in Hamburg (410), Nordrhein-Westfalen (385) und Bremen (352) niedriger.

Die meisten Physiotherapie-Verordnungen je 1.000 Versicherte bekamen die Menschen in Sachsen-Anhalt (573, Bundesdurchschnitt: 444). Zu diesen Ergebnissen kommt der BARMER-Heilmittelreport. „Bei der Physiotherapie dominiert in den östlichen Bundesländern die manuelle Therapie, in den westlichen Bundesländern die Krankengymnastik. Die Ursachen für die regional unterschiedlichen Therapieentscheidungen müssen ebenso wie die Effektivität der therapeutischen Maßnahmen weiter untersucht werden“, sagt Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Rheinland-Pfalz und im Saarland.

Nach der Physiotherapie ist die Ergotherapie das am häufigsten verordnete Heilmittel im Saarland. Auf sie entfielen hier 45 Verordnungen je 1.000 Versicherte und damit so viele wie in keinem anderen westdeutschen Bundesland. Nur in Sachsen-Anhalt (47) und Sachsen (46) registrierte die BARMER mehr Ergotherapie-Verordnungen je 1.000 Versicherte. Die wenigsten Verordnungen für Ergotherapie je 1.000 Versicherte zählte die Krankenkasse in Bremen (22, Bundesdurchschnitt: 34). „Die regionalen Unterschiede beim Einsatz von Heilmitteln sind rein medizinisch nicht erklärbar. Patienten benötigen mehr Transparenz zum Nutzen und zum medizinisch angemessenen Einsatz von Heilmitteln“, fordert Kleis. Ergotherapie fördert körperliche und geistige Fähigkeiten, die zum Beispiel nach einem Schlaganfall oder anderen Krankheiten sowie nach Verletzungen verlorengegangen sind.

Das dritthäufigste verordnete Heilmittel im Saarland ist laut Heilmittelreport die Sprachtherapie, auch Logopädie genannt. Auf sie entfielen in dem Bundesland 20 Verordnungen je 1.000 Versicherte. Spitzenreiter im Länderranking bei den logopädischen Verordnungen je 1.000 Versicherte ist Nordrhein-Westfalen (24), Schlusslicht Bremen (15, Bundesdurchschnitt: 20). Über alle Heilmittel hinweg haben die Menschen im Saarland 513 Verordnungen je 1.000 Versicherte erhalten. Das sind etwas mehr als im Bundesdurchschnitt (511). Die meisten Verordnungen für Heilmittel je 1.000 Versicherte bekamen die Menschen in Sachsen-Anhalt (659), die wenigsten die Menschen in Bremen (394). „Die regionalen Unterschiede zeigen, dass bei Heilmitteln mehr Transparenz erforderlich ist. Dies würde deren patientenorientierten Einsatz weiter stärken“, sagt Kleis.

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