Foto: Ralf Haas
Anzeige

Saarländische Industriegeschichte durch die Linse von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern – das Bildungszentrum Kirkel zeigt ab dem 18. März 2026 eine Fotoausstellung, die den strukturellen Wandel der Region in eindringlichen Bildern festhält. Unter dem Titel „Den Wandel im Fokus! – Fotografische Spurensuche an Orten der saarländischen Industriegeschichte“ sind Werke von 16 Fotografinnen und Fotografen zu sehen, die sich auf ganz unterschiedliche Weise mit dem industriellen Erbe des Saarlandes auseinandergesetzt haben. Die feierliche Eröffnung beginnt am Mittwoch, den 18. März, um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, allerdings wird um eine Platzreservierung gebeten.

Entstanden sind die Arbeiten im Rahmen eines Seminars der Arbeitskammer des Saarlandes. Dort erarbeiteten sich die Teilnehmenden zunächst historische Grundlagen unter der Leitung von Industriekultur-Experte Delf Slotta und dem Arbeitskammer-Historiker Dr. Frank Hirsch. Anschließend zogen sie mit ihren Kameras los, um ausgewählte Orte der saarländischen Industriegeschichte fotografisch zu erkunden. Die gestalterischen und technischen Fertigkeiten vermittelten Johannes Hör und Pasquale D’Angiolillo sowie Ralf Haas, der das Bildungszentrum Kirkel leitet.

Anzeige

Die Ausstellung knüpft bewusst an eine Tradition an, die rund ein Jahrhundert zurückreicht. Bereits vor 100 Jahren schlossen sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erstmals zusammen, um mit den damals noch jungen fotografischen Mitteln ihre eigene Arbeitswelt zu dokumentieren. Diese sogenannte Arbeiterfotografie war ein Versuch, die Perspektive derer sichtbar zu machen, die in Fabriken und Gruben schufteten – jenseits offizieller Darstellungen und Werkschroniken. Auch dieses historische Kapitel wurde im Seminar aufgegriffen und bildet einen inhaltlichen Rahmen für die gezeigten Werke.

Die 16 beteiligten Fotografinnen und Fotografen nähern sich dem Thema auf vielfältige Weise. Jutta Anton-Wachall, Oliver Berrar, Andreas Brunk, Frank Eigner, Jessica Georg, Ralf Haas, Dr. Frank Hirsch, Johannes Hör, Thomas Keller, Sven Kley, Ines Heisig, Margret Lichter-Berrar, Maria Martinek, Roland Sauer, Ralf Schwender und Delf Slotta machen mit ihren Aufnahmen den Wandel greifbar, der das Saarland in den vergangenen Jahrzehnten geprägt hat. Ihre Bilder erzählen von Orten, an denen einst Stahl gekocht und Kohle gefördert wurde, und davon, was heute an deren Stelle getreten ist.

Anzeige
Anzeige

Wer die Eröffnung besuchen möchte, kann sich über die Website des Bildungszentrums Kirkel unter www.bildungszentrum-kirkel.de einen Platz reservieren. Die Schau im Bildungszentrum am Tannenwald 1 in Kirkel dürfte nicht nur für Fotobegeisterte interessant sein, sondern für alle, die sich mit der Identität und dem Strukturwandel der Region beschäftigen. Denn die Bilder zeigen mehr als verlassene Industriekulissen – sie dokumentieren eine Transformation, die das Saarland bis heute prägt und deren Spuren im Alltag oft übersehen werden.

💬 Was meinst du dazu?Dein Kommentar
(Visited 56 times, 1 visits today)
Anzeige

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein