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Digitale Informationsangebote per QR-Code, bargeldlose Kollekte und Online-Terminbuchung für Taufen oder Trauerfeiern – was vor wenigen Jahren in Gotteshäusern noch undenkbar schien, trifft mittlerweile auf breite Zustimmung in der Bevölkerung. Eine aktuelle repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom zeigt pünktlich zum Osterfest: Für die Mehrheit der Menschen in Deutschland passen Glaube und digitale Technologie längst zusammen.

Für die Erhebung befragte Bitkom Research zwischen Kalenderwoche 9 und 12 dieses Jahres insgesamt 1.004 Personen ab 16 Jahren telefonisch. Das Ergebnis fällt eindeutig aus. 71 Prozent der Befragten halten digitale Informationsangebote in religiösen Gebäuden für sinnvoll, etwa über QR-Codes, die Hintergründe zu Architektur, Geschichte oder dem laufenden Gottesdienst liefern. Fast zwei Drittel – 63 Prozent – begrüßen digitale Spendenmöglichkeiten als zeitgemäße Alternative zur klassischen Kollekte. Und 59 Prozent sehen einen klaren Nutzen darin, Termine für Seelsorge, Hochzeiten oder Trauerfeiern online buchen zu können.

Auch jenseits rein praktischer Funktionen stoßen digitale Formate auf Interesse. Knapp jede zweite befragte Person findet Videos oder Podcasts von Religionsgemeinschaften zu Lebensfragen sinnvoll. Ebenso viele – 47 Prozent – wünschen sich WLAN in Kirchen, Moscheen und Synagogen. Selbst ein digitaler Beichtstuhl, der vor allem für Katholikinnen und Katholiken relevant sein dürfte, erhält von 23 Prozent der Bevölkerung Zuspruch. „Interesse gibt es vor allem dort, wo digitale Lösungen praktisch helfen und niedrigschwellige Zugänge schaffen“, ordnet Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder die Zahlen ein.

Ein bemerkenswerter Befund betrifft die Frage nach Online-Streams von Gottesdiensten und religiösen Feiern. Hier zeigt sich ein Altersunterschied, der gängige Annahmen auf den Kopf stellt: Unter den über 65-Jährigen befürworten 47 Prozent solche Übertragungen konfessionsübergreifend, während es bei den unter 30-Jährigen nur 37 Prozent sind. Über alle Altersgruppen hinweg liegt die Zustimmung bei 45 Prozent. Offenbar schätzen gerade ältere Menschen die Möglichkeit, an Gottesdiensten teilzunehmen, wenn der Weg in die Kirche beschwerlich wird – ein Effekt, den viele Gemeinden bereits während der Pandemie beobachtet hatten.

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Rohleder sieht in den Ergebnissen ein klares Signal an die Religionsgemeinschaften: „Gerade zu Ostern zeigt sich, dass Tradition und Technologien für viele Menschen sehr gut zusammenpassen. Wenn Kirchen und Gemeinden Informationen leichter zugänglich machen, Spenden vereinfachen oder Termine digital anbieten, trifft das auf breite Zustimmung.“ Die Botschaft der Umfrage lässt sich auf einen einfachen Nenner bringen: Wo digitale Werkzeuge den Zugang erleichtern und Hürden abbauen, werden sie von einer deutlichen Mehrheit begrüßt – unabhängig von Konfession, Alter oder persönlicher Religiosität.

Für Kirchengemeinden und andere religiöse Einrichtungen bedeutet das eine Chance, die weit über das Osterfest hinausreicht. Wer digitale Angebote nicht als Konkurrenz zur gelebten Gemeinschaft begreift, sondern als Ergänzung, kann Menschen erreichen, die den Weg in ein Gotteshaus sonst vielleicht nicht mehr finden würden. Die Zahlen legen nahe, dass die Bereitschaft dafür in der Gesellschaft vorhanden ist – nun liegt es an den Gemeinden, dieses Potenzial auch tatsächlich zu nutzen.

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