Lisa Becker steht künftig an der Spitze der Grünen-Wahlkreisliste Neunkirchen für die saarländische Landtagswahl am 18. April 2027. Die 36-jährige Juristin aus Blieskastel, die als Kreisvorsitzende der Saarpfalz-Grünen und Erste Beigeordnete ihrer Heimatstadt bereits kommunalpolitisch fest verankert ist, wurde bei der gemeinsamen Aufstellungsversammlung der Kreisverbände Neunkirchen, St. Wendel und Saarpfalz einstimmig auf Platz eins gewählt.
Die Versammlung verlief nach Parteiangaben in großer Geschlossenheit. Hinter Becker sicherte sich der St. Wendeler Kreisvorsitzende Sören Bund-Becker den zweiten Listenplatz, gefolgt von der Homburger Physiotherapeutin Katrin Lauer auf Rang drei. Insgesamt umfasst die Liste zehn Kandidatinnen und Kandidaten, darunter außerdem Andreas Filler, Lara Bütermann, Julian Bonenberger, Marie-Luise Herber, Daniel Wannemacher, Maike Rauen und Lukas Paltz.
Becker formulierte in ihrer Rede ein klares Ziel: den Wiedereinzug in den Landtag nach einem Jahrzehnt Abstinenz. „Wir wollen nach zehn Jahren endlich in den Landtag zurückkehren und sind bereit, die Lücken zu schließen, die SPD und CDU in diesem Land hinterlassen haben“, sagte die Kommunalpolitikerin und Mutter einer Tochter. Der Nachholbedarf sei enorm – ob in der Wirtschaftspolitik, beim Klima- und Umweltschutz oder bei den Landesfinanzen. „Die Baustellen sind groß. Wir wollen mitgestalten und mitentscheiden, wenn es um die Zukunft unserer Heimat geht.“
Ein Thema rückte Becker dabei besonders in den Vordergrund: die Zukunft des Krankenhauses Kohlhof und die Gesundheitsversorgung im Raum St. Wendel. Tausende Menschen im Wahlkreis treibe diese Frage um, weil es um weit mehr gehe als um Verwaltungsstrukturen. „Es geht um Sicherheit, Vertrauen und die Gewissheit, im entscheidenden Moment gut versorgt zu sein“, betonte Becker. Gesundheitsversorgung dürfe nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg geplant werden. Den Erhalt des Kohlhofs sowie einer bedarfsgerechten Versorgung in St. Wendel nannte sie eines der Themen, für die sie mit voller Überzeugung kämpfen wolle.
Sören Bund-Becker setzte in seiner Bewerbungsrede einen anderen Schwerpunkt. Der Zweitplatzierte machte die Mobilitätswende zur zentralen Zukunftsaufgabe – gerade im ländlichen Raum. „Wir brauchen endlich den Mut, nachhaltige Mobilität zur echten Priorität zu machen“, forderte er. Nötig seien bessere Angebote, schnellere Entscheidungen und klare politische Zielvorgaben, damit umweltfreundliche Fortbewegung auch abseits der Ballungszentren selbstverständlich werde. Dafür wolle er im Landtag streiten.
Die Neunkircher Kreisvorsitzende Margret Stragand hob hervor, wie breit die Liste aufgestellt sei. „Wir sind stolz auf unsere vielfältige Liste aus jungen und älteren, erfahrenen und neuen Personen“, sagte Stragand. Unterschiedliche Kompetenzen, Berufsfelder und Lebensrealitäten sorgten dafür, dass die Partei nah an den Menschen in Neunkirchen, St. Wendel und im Saarpfalz-Kreis bleibe.
Mit der nun vollständigen Wahlkreisliste gehen die Grünen im Osten des Saarlandes selbstbewusst in den Wahlkampf. Ob das reicht, um nach einer Dekade wieder parlamentarisch Fuß zu fassen, wird sich am 18. April 2027 zeigen.



















