Barbara Leciejewski Foto: Gerald von Foris
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Verschickurlaube an der Nordsee, kontrollierte Kinderbriefe und Strafen hinter verschlossenen Türen – was nach einem düsteren Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte klingt, verarbeitet Bestsellerautorin Barbara Leciejewski in ihrem Roman „Am Meer ist es so schön“. Am Donnerstag, 21. Mai, liest sie um 19:30 Uhr in der Stadtbücherei St. Ingbert aus dem Buch, das auf Einladung des St. Ingberter Literaturforums vorgestellt wird.

Der Roman erzählt die Geschichte der achtjährigen Susanne, der die Eltern einen sechswöchigen Kuraufenthalt an der Nordsee als tollen Urlaub versprechen. Doch im fiktiven „Haus Morgentau“ erleben Susanne und die anderen Kinder die schlimmste Zeit ihres Lebens. Wer den Teller nicht leer isst, Regeln bricht oder Widerworte gibt, wird von den Erzieherinnen hart bestraft. Hilferufe nach Hause bleiben wirkungslos, denn sämtliche Briefe der Kinder werden kontrolliert.

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Trotz der bedrückenden Umstände finden Susanne und ihre Freunde immer wieder Wege, den sogenannten Tanten ein Schnippchen zu schlagen. Dann jedoch ereignet sich ein Vorfall, der Susanne noch Jahrzehnte später in ihren Albträumen verfolgt – bis sie sich entschließt, dem Trauma ihrer Kindheit endlich ins Gesicht zu sehen. Der Stoff berührt ein Thema, das lange tabuisiert wurde und erst in jüngerer Zeit öffentliche Aufmerksamkeit erfährt: die systematische Misshandlung von Kindern in westdeutschen Kurheimen der Nachkriegszeit.

Barbara Leciejewski kennt den Weg zur Literatur aus eigener Erfahrung als verschlungenen Pfad. Geboren in Mühlbach im Westrich, trug sie den Wunsch, Schriftstellerin zu werden, schon als Kind mit sich. Zunächst entschied sie sich dennoch für einen vermeintlich soliden Berufsweg und studierte Germanistik und Theaterwissenschaft in München. Es folgten verschiedene Jobs am Theater, eine Magisterarbeit über Kriminalromane und eine Tätigkeit als Synchroncutterin. Die Leidenschaft fürs Schreiben ließ sie dabei nie los – heute ist sie Bestsellerautorin und lebt nach eigener Aussage ihren Traumberuf.

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Der Eintritt zur Lesung ist frei. Wer dabei sein möchte, kann sich bei der Stadtbücherei St. Ingbert anmelden – telefonisch unter 06894/13711 oder per E-Mail an stadtbuecherei [at] st-ingbert.de. Ein Abend, der nicht nur literarisch bewegt, sondern auch ein weithin verdrängtes Stück Zeitgeschichte greifbar macht.

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