Foto: Stephan Bonaventura
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Fünf Filme, fünf Perspektiven auf Migration, Ausgrenzung und gesellschaftlichen Zusammenhalt: Die Arbeitskammer des Saarlandes richtet vom 11. bis 24. Juni 2026 zum 18. Mal ihre Filmtage unter dem Motto „Mit kritischem Blick!“ im Kino achteinhalb in Saarbrücken aus. Die diesjährige Leitidee „Wahrnehmen. Verändern. Zusammenhalten.“ rückt die Frage ins Zentrum, wie junge Menschen mit Migrationsgeschichte in Deutschland und Frankreich ihren Alltag erleben – und welche Kräfte das Zusammenleben prägen.

Die offizielle Eröffnung findet am 15. Juni 2026 um 17 Uhr statt, die Hauptwoche mit täglichen Vorstellungen erstreckt sich bis zum 19. Juni. Das Programm richtet sich vor allem an Schulklassen, Auszubildende und Jugendgruppen, die sich über das Medium Film mit gesellschaftlichen Bruchlinien auseinandersetzen sollen. Für diese Zielgruppen ist der Eintritt frei, eine Anmeldung allerdings zwingend nötig. Abends um 19 Uhr stehen die Vorführungen auch allen anderen Interessierten offen – zum ermäßigten Preis von 5,00 Euro, Karten gibt es direkt im Kino achteinhalb in der Nauwieserstraße 19.

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Den Auftakt der Hauptwoche macht am Montag der Drama-Dokumentarfilm „Souleyman’s Geschichte“, der einen Fahrradkurier in Paris durch die letzten 48 Stunden vor seiner Asylanhörung begleitet. Zwischen Lieferaufträgen, Zeitdruck und der permanenten Angst vor dem Scheitern entsteht ein dokumentarisch genaues Porträt eines Lebens ohne legalen Aufenthaltsstatus. Am Dienstag folgt der deutsche Spielfilm „Nico“, in dem eine deutsch-persische Altenpflegerin nach einem rassistischen Übergriff in Berlin über intensives Karatetraining einen Weg zurück zu Selbstvertrauen und Handlungsfähigkeit findet.

Zur Mitte der Woche wechselt die Perspektive nach Vorpommern: „Im Osten was Neues – Eine ungewöhnliche Fußballmannschaft“ erzählt am Mittwoch von Eichi, einem ehemaligen Rechtsextremisten, der heute gemeinsam mit seiner Frau die multinationale Jugendmannschaft FC Pio im Jugendclub Torgelow trainiert. Die Dokumentation zeigt, wie Begegnung und gemeinsames Handeln Brücken bauen können – mit humorvollen ebenso wie nachdenklichen Momenten. Am Donnerstag steht mit „The Change“ ein Familiendrama auf dem Programm, das den Konflikt zwischen persönlichen Bindungen und politischer Radikalisierung verhandelt: Eine Mutter erkennt in der neuen Freundin ihres Sohnes eine ehemalige Studentin wieder, die inzwischen eine führende Rolle in einer radikalen Bewegung einnimmt.

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Den Abschluss der Hauptwoche bildet am Freitag die Drama-Serie „Uncivilized“ mit zwei Episoden. Die erste Folge, „Hanau“, begleitet junge Männer, die im Kölner Nachtleben auf Ablehnung und soziale Ausgrenzung stoßen. In der zweiten Folge, „Ukraine“, gerät das Leben eines Paares durch einen bürokratischen Fehler aus den Fugen – und wirft grundlegende Fragen zu Moral und Hilfsbereitschaft auf. Beide Episoden machen sichtbar, wie rasch gesellschaftliche Spannungen in alltägliche Situationen eindringen.

Während der Hauptwoche laufen die Filme jeweils um 8.30 Uhr und 11.30 Uhr für Schulklassen und Jugendgruppen. Begleitend stellt die Arbeitskammer Informations- und Unterrichtsmaterial bereit. Darüber hinaus ist geplant, Regisseurinnen und Regisseure, Schauspielende sowie weitere Fachleute einzuladen, um mit den jungen Zuschauerinnen und Zuschauern über die Filminhalte ins Gespräch zu kommen. Neben der Kernwoche werden zusätzliche Vorstellungen außerhalb des Hauptzeitraums angeboten, die zu denselben Bedingungen gebucht werden können. Alle Informationen zur Anmeldung und zum Programm finden sich unter www.arbeitskammer.de/filmtage2026

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