Es gibt Veranstaltungen, bei denen schon der Name ziemlich ehrlich ist. Die Homburger Bierwanderung ist kein kleiner Spaziergang mit kurzem Einkehrschwung, sondern eine richtige Tour – in diesem Jahr über rund 17 Kilometer, mit mehreren Stationen, viel Programm und einem Wetter, das den Teilnehmern einiges abverlangte.

Die siebte Auflage der Homburger Bierwanderung an Christi Himmelfahrt hat am 14. Mai nach Angaben von Achim Müller rund 2.000 Menschen auf die Strecke gebracht. Nicht alle erreichten am Ende auch das Ziel am Römermuseum in Schwarzenacker, doch angesichts der Länge der Route und des wechselhaften Wetters war schon der Weg selbst für viele die eigentliche Leistung des Tages. Petrus meinte es diesmal nicht besonders gut mit der Veranstaltung. Immer wieder zogen Regen und graue Wolken über die Strecke – was einige Gruppen aber nicht davon abhielt, mit Regenponchos ausgestattet trotzdem loszuziehen. Für eine Veranstaltung, die bei gutem Wetter durchaus doppelt so viele Teilnehmer anziehen kann, ist das unter diesen Bedingungen ein beachtliches Zeichen.

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Gestartet wurde in Wörschweiler am TuS-Sportplatz. Von dort führte die Strecke über Einöd, die Einöder Höhe, Ernstweiler, das Jammertal, die Ski- und Wanderhütte Kirrberg und weitere Zwischenpunkte bis nach Schwarzenacker. Entlang des Weges warteten an den Stationen Fassbier, alkoholfreie Getränke, Speisen und Musik. Die Homburger Kulturgesellschaft hatte die Route wie gewohnt ausgeschildert, die Teilnahme war kostenlos und ohne Anmeldung möglich.

Zu den Stationen, die besonders in Erinnerung blieben, gehörte die Feuerwehr Einöd. Dort wurde nicht nur die Bierwanderung mitversorgt, parallel feierte die Feuerwehr auch ihr Feuerwehrfest. Für Feuerwehrkamerad Dominik Eis war der Tag zusätzlich ein persönlicher Meilenstein: Auf den Tag genau stand er zum 50. Mal an der Feldküche der Feuerwehr Einöd. Zwischen Erbsensuppe, Nudeln, Saumagen, Schwenkern und Würsten wurde damit auch ein Stück lokales Ehrenamt sichtbar, das solche Veranstaltungen überhaupt erst trägt.

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Auch die Ski- und Wanderhütte Kirrberg war eine der markanten Stationen der Tour. Dort konnten sich die Wanderer nach dem nächsten Abschnitt stärken – mit Schwenkern, Schaschlik-Spießen, Würstchen, Pommes, Rigatoni und den bekannten „Muhfuxweck“. Dazu gab es Musik von Mat Klahm, der mit Akustikgitarre und Gesang für den passenden Rahmen sorgte. Gerade an solchen Punkten zeigte sich, warum die Bierwanderung längst mehr ist als nur eine Route mit Getränkestopps: Sie verbindet Vereine, Orte und Ausflugsziele zu einem langen Feiertag unterwegs.

Ganz ohne Diskussionen blieb die Veranstaltung aber nicht. Einzelne Kritik gab es vor allem an der Länge der Strecke. Rund 17 Kilometer sind keine Kleinigkeit. Für erfahrene Wanderer ist das eine schöne Tagestour, für Einsteiger dagegen eine echte Herausforderung. Familien mit kleineren Kindern oder ungeübte Teilnehmer gehören damit eher nicht zur klassischen Zielgruppe. Andererseits trägt die Veranstaltung ihren Namen nicht zufällig: Es ist eben eine Bierwanderung – und kein kurzer Bummel von Stand zu Stand.

Dass trotz der Bedingungen viele Menschen unterwegs waren, spricht für die Anziehungskraft des Formats. Die Strecke bot Ausblicke, Begegnungen, Musik und immer wieder die Möglichkeit, einzukehren. Wer alle Etappen meisterte und seine Stempelkarte füllte, konnte zudem am Gewinnspiel teilnehmen. Zu gewinnen gibt es unter anderem Produkte aus dem Hause Karlsberg und Tickets der Homburger Kulturgesellschaft; die Gewinner sollen Anfang Juni veröffentlicht werden.

Am Ziel im Römermuseum wartete wie in den vergangenen Jahren der Ausklang in besonderer Umgebung. Dort sollte die Frankfurter Classic-Rock-Band N.S.A. für Stimmung sorgen, dazu gab es unter anderem lukanische Würste nach römischem Rezept und weiteres Grillgut. Dass nicht alle Teilnehmer bis dorthin kamen, gehört bei einer solchen Strecke wohl dazu. Für viele dürfte der Tag trotzdem in Erinnerung bleiben – als nasse, anstrengende, aber auch sehr gesellige Wanderung durch Homburg und die angrenzende Region.

Mit einigen Tagen Abstand bleibt der Eindruck: Die Homburger Bierwanderung hat auch 2026 funktioniert, wenn auch unter erschwerten Bedingungen. Das Wetter war schwierig, die Strecke anspruchsvoll, aber das Konzept trägt. Gerade die Kombination aus Wandern, Stationen, Musik, Vereinen und regionaler Gastronomie macht den Reiz aus. Für die nächste Auflage dürfte dennoch die Frage spannend werden, ob die Strecke in dieser Länge bleibt – oder ob man das Format an der einen oder anderen Stelle etwas zugänglicher macht.

Alle Bilder: Friedel Simon

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