Wer in den kommenden Wochen das Foyer des saarländischen Landtags betritt, begegnet Gesichtern, die sich nicht hinter einer Pose verstecken. Unter dem Titel „Fragmente desselben Bildes: Portraits der Vielfalt“ zeigt der Fotograf Benny Dutka vom 3. bis 19. Juni 2026 eine Schau, die das Menschsein in den Mittelpunkt rückt – und das ganz bewusst im Vorfeld der Special Olympics Nationalen Spiele Saarland 2026.
Getragen wird das Projekt vom Ministerium für Inneres, Bauen und Sport gemeinsam mit dem Landtag des Saarlandes. Zu sehen sind die Arbeiten werktags zwischen 10 und 17 Uhr, am Wochenende sowie an Feiertagen bleibt das Foyer geschlossen. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.
Dutkas Bilder verzichten auf große Gesten. Sie suchen jene flüchtigen Sekunden, in denen die soziale Fassade fällt und ein unverstellter Blick möglich wird. So entstehen Porträts, die unterschiedliche Lebensläufe und Erfahrungen abbilden, gleichzeitig aber das Verbindende sichtbar machen. Der Titel der Schau ist Programm: Jedes Gesicht ist ein Fragment, gemeinsam ergeben sie ein größeres Ganzes.
Für Innenminister Reinhold Jost trifft das Projekt einen gesellschaftlichen Nerv. „Die Ausstellung macht sichtbar, wie wertvoll Vielfalt für unsere Gesellschaft ist. Sie zeigt Menschen nicht über Kategorien oder Zuschreibungen, sondern in ihrer Persönlichkeit und Ausstrahlung“, erklärt der Minister. Gerade im Umfeld der Special Olympics setze sie ein starkes Zeichen für Respekt, Teilhabe und ein menschliches Miteinander.
Der Fotograf selbst beschreibt seinen Zugang nüchtern und persönlich zugleich. „Mich interessieren nicht perfekt inszenierte Bilder, sondern die kurzen, ehrlichen Momente dazwischen – jene Sekunden, in denen Menschen einfach sie selbst sind“, so Dutka. Sein Anliegen: die Betrachter dazu bewegen, genauer hinzusehen und Vorurteile zumindest für einen Moment beiseitezulegen.
Auch Landtagspräsidentin Heike Winzent betont die Symbolkraft des Ortes. „Der Landtag ist ein Ort der Begegnung, des Austauschs und der gesellschaftlichen Vielfalt“, sagt sie. Die Ausstellung eröffne einen eindrucksvollen Blick auf das Menschsein in all seinen Facetten und stehe für Offenheit, Würde und gegenseitigen Respekt. Damit positioniert sich das Parlament selbst als Bühne einer gesellschaftspolitischen Debatte, die weit über den Kunstbetrieb hinausreicht.
Die Schau verzichtet bewusst darauf, fertige Geschichten zu erzählen. Stattdessen lässt sie Raum für eigene Assoziationen, für Fragen und für einen stillen Dialog zwischen Betrachter und Porträtiertem. So fügt sich „Fragmente desselben Bildes“ in den Geist der Spiele ein, die im Juni Sportlerinnen und Sportler mit geistiger Behinderung aus ganz Deutschland ins Saarland bringen – und für die Begegnungen auf Augenhöhe Programm sind.



















