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Homburg trauert um eine prägende künstlerische Stimme: Der Homburger Künstler und langjährige Kunsterzieher Hermann Theophil Juncker ist am 7. Dezember 2025 in seinem 97. Lebensjahr verstorben. Über Jahrzehnte hinweg hat er die kulturelle Landschaft der Stadt und des gesamten Saarpfalz-Kreises mitgeprägt – im Unterricht, im öffentlichen Raum und in zahlreichen Projekten, die bis in die jüngste Zeit hineinreichten.

„Wir verlieren mit ihm einen Künstler und auch einen Freund, der über große Kenntnisse auf vielen Gebieten verfügte, der zeitlebens eng mit dem Saarpfalz-Kreis, seiner Geschichte und Kultur verbunden war und mit dem wir als Kreis stets intensiv und gerne zusammengearbeitet haben“, würdigte Landrat Frank John den Verstorbenen. Die enge Zusammenarbeit mit Juncker habe bis ins hohe Alter bestanden, betonte John.

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Die Verbindung Junckers zu Homburg und zur Saarpfalz war auch familiär tief verwurzelt. Sein Urgroßvater Heinrich Runck (1833–1899) wirkte als protestantischer Pfarrer in der damaligen „Bezirksamtsstadt“. „Dass Hermann Theophil Juncker enge Bezüge zu Homburg und zur Saarpfalz hatte, ist natürlich auch auf seine familiären Wurzeln zurückzuführen“, unterstrich der Landrat. Aus dieser familiären Tradition heraus hatte Juncker eine besondere Beziehung zur Homburger Stadtkirche. Er erhielt den Auftrag, deren Fenster zu gestalten; Fotografien dieser Buntglasarbeiten nutzte der Saarpfalz-Kreis mehrfach für seine Weihnachtsgrußkarten. Heinrich Runck gründete 1873 zudem die Lateinschule, aus der das heutige Saarpfalz-Gymnasium hervorging, dessen Träger heute der Saarpfalz-Kreis ist.

Auch die nähere Familie Junckers war eng mit dem Homburger Bildungswesen verknüpft. Sein Vater Franz Juncker, ursprünglich Theologe, kam als Religionslehrer an das damalige „Knaben-Realgymnasium“. Hermann Theophil Juncker selbst unterrichtete von 1955 bis 1987 als Kunsterzieher am „Mädchen-Realgymnasium“, das später in „Staatl. Christian von Mannlich-Gymnasium“ umbenannt wurde. Auch diese Schule ging später in die Schulträgerschaft des Saarpfalz-Kreises über. Auf diese Weise prägte Juncker über Generationen hinweg den Kunstunterricht in Homburg.

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Sein Werk für den Kreis ist vielfältig und in seinem Umfang kaum noch vollständig zu überblicken. So gestaltete Juncker den Titel des „Kreisbuches“, das 1968 zum 150. Jubiläum des damaligen Landkreises Homburg erschien; zahlreiche Illustrationen in diesem Band stammen ebenfalls von ihm. Die Zusammenarbeit setzte sich Jahrzehnte später fort: Als der Saarpfalz-Kreis 2018 auf 200 Jahre zurückblickte, schuf Juncker eine Grafik, die in limitierter Auflage als Ehrengabe verliehen wurde. In der Homburger Innenstadt fiel zudem ein dreidimensionales Objekt an der Hauptstelle der Kreissparkasse in der Talstraße auf, das aus seiner Hand stammte. Die Arbeit trug seinen unverkennbaren Stil und das charakteristische „Juncker-Schiff“ als Signatur. Das Kunstwerk, das zum Kaufhaus „Hägin“ hin angebracht war, ist heute nicht mehr erhalten.

Ein weiterer Schwerpunkt seines Schaffens lag in der engen Zusammenarbeit mit der Siebenpfeiffer-Stiftung, die 1988 gegründet wurde. Juncker entwarf eine Medaille mit dem Konterfei des Namensgebers, die unter anderem dem ersten Träger des Siebenpfeiffer-Preises, Franz Alt, überreicht wurde. Er gestaltete zudem den Einband des Buches „Ein Leben für die Freiheit“, das 1989 zum 200. Geburtstag des ersten Homburger Landkommissärs und Initiators des Hambacher Festes erschien. Diese Grafik wurde anschließend in hoher Stückzahl als Ansichtskarte verbreitet. Radierungen Junckers erhielten die Träger des Siebenpfeiffer-Preises als Auszeichnung.

Auch historisch leistete der Künstler einen besonderen Beitrag: In einem Münchener Antiquariat stieß er auf das einzige erhaltene, authentische Porträt des Journalisten und Demokraten Philipp Jakob Siebenpfeiffer, eine Zeichnung, die er erwarb und der Siebenpfeiffer-Stiftung schenkte. In deren Freundeskreis engagierte er sich zudem als aktives Mitglied. Noch im Januar 2024 wurde ein von ihm eigens für diesen Förderverein geschaffenes Werk mit dem Titel „Frieden, Freiheit, Europa“ der Öffentlichkeit präsentiert.

Ein Herzensanliegen Junckers blieb hingegen unerfüllt: Gemeinsam mit der Kreisverwaltung wünschte er sich, in Homburg einen dauerhaften Ausstellungsort für seine Werke und die seines Vaters zu schaffen. „Durch die zahlreichen Werke, die sich im Homburger Landratsamt wie auch in anderen Einrichtungen des Saarpfalz-Kreises finden, werden wir die Erinnerung an den Künstler und sein Werk in die Zukunft tragen“, unterstreicht Landrat Frank John. In den Gebäuden des Kreises und in vielen Publikationen wird das künstlerische Erbe Hermann Theophil Junckers damit auch künftig sichtbar bleiben.

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