Start Kultur&Gesellschaft Homburg | Frauenbeauftrage fordern Verbot von Bordellwerbung

    Homburg | Frauenbeauftrage fordern Verbot von Bordellwerbung

    Symbolbild

    Am Weltfrauentag 2019 wurde die Petition „Bordellwerbung – Nein Danke!“ der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) der saarländischen Frauenbeauftragten gestartet. Sie soll dazu beitragen, dass das Saarland als erstes Bundesland flächendeckend Bordellwerbung abschafft. In Städten wie München, Trier und Köln sowie in einzelnen Stadtteilen deutscher Großstädte gibt es bereits ähnliche Verordnungen.

    Bordellwerbung ist in vielfacher Hinsicht schädlich, argumentieren die Frauenbeauftragten: Sie verschleiert die Realität des Gewerbes, indem sie glamourös wirkt, wo Notlagen der arbeitenden Frauen die Regel sind. Sie schafft schlechte Arbeitsbedingungen, indem sie interessierten Sexkäufern versichert, irgendwo immer noch ein billigeres, besseres Angebot zu erhalten. Sie ist unter Jugendschutzaspekten äußerst bedenklich und vermittelt ein fragwürdiges, unangenehmes Bild vom Wirtschaftsstandort und Touristenziel Saarland.

    Die LAG Kommunale Frauenbeauftragte Saarland, zu der auch die Homburger Frauenbeauftragte Anke Michalsky gehört, hatte sich im Zuge der Änderung des Prostituiertenschutzgesetzes im Jahr 2016 nicht für ein generelles Verbot von Prostitution ausgesprochen. Der Arbeitsgemeinschaft war und ist wichtig, dass Beratungsstellen Zugang zu den Frauen haben und dass die Betroffenen Zugang zu niedrigschwelligen Beratungsangeboten haben und ihnen Ausstiegsmöglichkeiten aufgezeigt werden.

    Die Bordellwerbung hingegen konterkariert aus Sicht der Frauenbeauftragten die Ziele des Prostituiertenschutzgesetzes und der selbstbestimmten Arbeitsweise von Sexarbeiterinnen. Denn sie zeige Frauen im öffentlichen Raum als käufliche Personen, die keine eigenen Grenzen setzen. Bordellwerbung scheitert daran, dass sie nicht die Dienstleistung, sondern die Frau, bzw ein stark „idealisiertes“ Bild von ihr, als Angebot präsentiert. Das wirke sich auf das Frauenbild in der Gesellschaft aus.

    Die gesammelten Unterschriften für ein bordellwerbungsfreies Saarland sollen am Weltmädchentag (11. Oktober 2019) dem Landtagspräsidenten übereicht werden. Eine Unterschriftenliste, in die sich Unterstützerinnen und Unterstützer des angestrebten Verbots eintragen können, liegt ab sofort an der Information im Foyer des Rathauses der Stadtverwaltung Homburg aus.

    Die Initiative wird durch Erstunterzeichnung der Petition unterstütz von: Bettina Altesleben – DGB Saar, Charlotte Britz – Oberbürgermeisterin Landeshauptstadt Saarbrücken, Dr. Theophil Gallo – Landrat Saar-Pfalz-Kreis, Peter Gillo – Regionalverbandsdirektor Regionalverband Saarbrücken, Patrik Lauer – Landrat Landkreis Saarlouis, Sören Meng – Landrat Landkreis Neunkirchen, Udo Recktenwald – Landrat Landkreis St. Wendel, Anke Rehlinger – Ministerin für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr, Daniela Schlegel-Friedrich – Landrätin Landkreis Merzig-Wadern.

     

    1 KOMMENTAR

    1. Prostitution macht Frauen zu Ware und mietbaren Gebrauchsgegenstände. das verstößt gegen die Menschenwürde!
      Nicht nur die Werbung gehört verboten.

    HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

    Bitte kommentieren sie.
    Bitte geben sie ihren Namen ein.