Klar, dass es dabei nicht ganz so bierernst zuging. So lautete Regel Nummer 4 etwa: Vergiss bei der Vergangenheitsform alle Regeln, die „es Dagmar dir bisher mihsam beigebrung hat“. Zum Schluss wurde noch ein wenig der Wortschatz behandelt, der allerdings meistens gar nicht das größte Problem darstellt. Doch die Herzen würden ihnen bestimmt zufallen, versicherte die saarländische Muttersprachlerin, wenn sie die Worte „Ballaver“ oder „dabber“ in den Mund nähmen. 

Den anschließenden gemütlichen Teil bei „Brezzelwegg und Laugezop“ nutzte die Stadträtin dazu, zu hören, was die Geflüchteten in Homburg beschäftigt. Die Wohnsituation sei bei den meisten weitgehend geklärt, stellte sie beruhigt fest. Im Vordergrund stünden eher Themen wie berufliches Fußfassen und auch – immer wieder – der Wunsch nach engeren persönlichen Kontakten. Gleichzeitig erlebte sie auch mit, warum ein solcher ehrenamtlicher Kurs nach wie vor wichtig und wertvoll ist. 

Diesmal hat Ahmad ein Formular dabei, mit dem er nicht zurechtkommt. „Ich möchte keine Fehler machen, weißt du?“ Mit ein bisschen Hilfestellung ist es aber schnell ausgefüllt. An diese kleine „Sprechstunde“ nach dem Kurs hat sich die ehrenamtliche Helferin längst gewöhnt. „Dafür bin ich ja da. Deutschlernen ist das eine. Wir wollen vor allem Gelegenheit zum Sprechen geben, weil dies in großen Gruppen leider oft zu kurz kommt“, meint die gelernte Übersetzerin, die auch in offiziellen BaMF-Kursen unterrichtet. 

Doch sie ergänzt: „Es geht ja auch darum, als Ansprechpartnerin zur Verfügung zu stehen. Die meisten meiner Schützlinge befinden sich schon in Ausbildung oder Ausbildungsvorbereitung oder besuchen weiterführende Kurse, etwa beim CJD oder beim Frauenbüro. Diese leisten ausgezeichnete Arbeit, doch kann man einfach nicht jeden speziellen Fall in einem Kurs abdecken. Seien wir doch mal ehrlich, wir haben ja auch nicht aus dem Schulbuch gelernt, wie das Leben in Deutschland funktioniert. Vielmehr haben wir uns das meiste abgeschaut, von den Eltern, im Verein, im Freundeskreis. Oft geht es darum, einen Tipp zu geben, wie man sich in einer bestimmten Situation verhalten kann oder sollte, oder auch, was gar nicht geht. Manchmal reicht auch schon eine kleine Aufmunterung, dass alles ganz normal ist.“ 

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