Und sein 23-jähriger Freund Ahmad, der gerade eine Einstiegsqualifizierung zum Zerspanungsmechaniker angefangen hat, pflichtet ihm bei: „In der Maßnahme, die ich bis vor Kurzem besucht habe, hat praktisch keiner Hochdeutsch benutzt. Auch jetzt in der Berufsschule sprechen viele Saarländisch, teilweise sogar die Lehrer. Das macht die Sache natürlich nicht gerade einfacher.“ Omran kommt die Benutzung von Dialekt im Berufsleben ebenfalls spanisch vor, obwohl er ihn im privaten Umfeld gern anwendet. Der 24-Jährige hat in Bruchhof viel Kontakt zu älteren Leuten, eine Nachbarin nennt er sogar „Oma“. 

„Die älteren Menschen haben oft viel mehr Zeit als die jüngeren. Sie freuen sich über Kontakt. Außerdem können sie sich gut in die Flüchtlinge hineinversetzen, da sie selber schlimme Erfahrungen in oder nach dem Krieg gemacht haben.“ Dass sich die älteren Menschen jetzt noch umstellen, will und erwartet Omran gar nicht. Im Gegenteil, er hat erlebt, dass Dialekt Nähe und Vertrautheit schafft und Türen öffnet. Die beiden anwesenden Frauen sind da zunächst noch sehr skeptisch. Verstehen ja, aber sprechen? 

Heam ist sich sicher, dass sie sicher froh sein wird, Saarländisch zu verstehen, wenn sie nach vielen formalen Hürden endlich wieder in ihrem Traumberuf Hebamme arbeiten kann. Doch mit dem Platt würde sie doch sicher ihr fleißig erlerntes Deutsch wieder ruinieren? Auch Naima hat Angst, viel zu verwechseln. Die Zusicherung der Lehrerin, Dialekt mache erwiesenermaßen intelligent, kann die beiden nicht ganz überzeugen. Doch spätestens, als im praktischen Teil die Verben „gugge“ und „schwätze“ konjugiert werden, können sie sich das Lachen nicht mehr verkneifen: „mir gugge, ihr gugge, se gugge“ – wenn das kein Eisbrecher ist!

Den Schwerpunkt des Abends bildete zunächst die Aussprache. Hat man einige Grundprinzipien einmal verstanden, kann man sich das hochdeutsche Wort dann wieder leichter herleiten. Dass „ü“ wie „i“ und „p“ wie „b“ gesprochen wird, kommt den arabischen Muttersprachlern dabei sogar sehr entgegen, da es diese Laute im Arabischen nicht gibt. Schließlich gingen Frau Bullacher und Frau Sauer noch ein wenig auf die „Grammadigg“ ein. 

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