Symbolbild
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Ein sonniger Nachmittag im Freibad, ein paar Stunden Gartenarbeit ohne Kopfbedeckung – und am Abend spannt die gerötete Haut. Für viele gehört der Sonnenbrand zum Sommer dazu, ärgerlich zwar, aber scheinbar folgenlos. Genau diese Sorglosigkeit könnte langfristig zum Problem werden. Eine neue Auswertung der KKH Kaufmännischen Krankenkasse belegt einen klaren Trend: Die Zahl der Hautkrebs-Erkrankungen steigt seit Jahren spürbar an.

Konkret zeigen die Zahlen, dass 2024 rund 28 Prozent mehr KKH-Versicherte wegen eines schwarzen Hautkrebses – des sogenannten malignen Melanoms – behandelt wurden als noch zehn Jahre zuvor. Diese Form gilt als bösartig und kann lebensbedrohlich verlaufen. Noch deutlicher fällt die Entwicklung beim weißen Hautkrebs aus, dem Basalzell- und spinozellulären Karzinom: Hier verzeichnete die Kasse einen Zuwachs von etwa 45 Prozent. Diese Variante wächst meist langsamer und streut seltener, tritt dafür aber weitaus häufiger auf. Insgesamt behandelten Ärztinnen und Ärzte 2024 fast fünfmal so viele Menschen mit weißem wie mit schwarzem Hautkrebs.

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Besonders betroffen sind Menschen ab 55 Jahren. Beim weißen Hautkrebs zeigt sich zudem ein auffälliger Geschlechterunterschied: Bei Frauen kletterte die Zahl der Erkrankten um 53 Prozent, bei Männern nur um 34 Prozent. Beim schwarzen Hautkrebs liegen beide Geschlechter mit einem Plus von 30 beziehungsweise 25 Prozent näher beieinander. Auch regional fallen die Unterschiede deutlich aus. Sachsen verzeichnete beim Melanom mit rund 83 Prozent den stärksten Anstieg, gefolgt von Brandenburg mit 50 Prozent sowie Berlin und Bayern mit jeweils etwa 43 Prozent. Beim weißen Hautkrebs hat sich die Zahl der Betroffenen in Sachsen binnen zehn Jahren sogar verdoppelt.

Warum die Fallzahlen steigen, erklärt Aurelia Tegtmeyer, Ärztin bei der KKH, mit dem Wirken der UV-Strahlung. „UV-Strahlung schädigt das Erbgut der Hautzellen. Der Körper kann zwar viele dieser Schäden reparieren, aber vor allem, wenn die Haut jahrelang immer wieder ungeschützt der Sonne ausgesetzt ist und sich die Schäden summieren, steigt das Risiko, an Krebs zu erkranken“, sagt sie. Ihr Rat: Direkte Mittagssonne meiden, im Schatten bleiben, luftige Kleidung und Kopfbedeckung tragen und unbedeckte Stellen großzügig eincremen. Für den ganzen Körper braucht eine erwachsene Person etwa vier gehäufte Esslöffel Sonnencreme.

Doch die Ärztin warnt vor falscher Sicherheit. „Oft wird die Schutzwirkung von Sonnencremes aber überschätzt. Deshalb ist die Vermeidung starker UV-Strahlung sowie der Schutz durch Kleidung besonders wichtig“, betont sie. Ein weit verbreiteter Irrtum: Auch bei bewölktem Himmel dringt UV-Strahlung durch, ein grauer Tag schützt die Haut also keineswegs automatisch. Sonnenschutz sollte deshalb zur täglichen Gewohnheit werden, unabhängig davon, ob die Sonne sichtbar scheint.

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Ebenso wichtig ist die regelmäßige Selbstbeobachtung. Wer bei einem Pigmentfleck Veränderungen in Größe, Form oder Farbe bemerkt, sollte das rasch ärztlich abklären lassen. Besondere Vorsicht gilt für Menschen mit heller Haut und vielen Muttermalen, für Personen mit familiärer Vorbelastung sowie für alle, die beruflich viel im Freien arbeiten. Gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren haben Anspruch auf ein kostenloses Hautkrebs-Screening alle zwei Jahre. Die KKH bezuschusst diese Untersuchung derzeit auch für 18- bis 34-Jährige, um jüngere Menschen früher für die Vorsorge zu gewinnen.

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