Klimawandel, Rettungswesen, Pflege und Bildung – Themen, die kommunale Verwaltungen quer durch Europa umtreiben, standen im Mittelpunkt einer viertägigen Reise des Saarpfalz-Kreises. Eine offizielle Delegation besuchte den polnischen Partnerkreis Lancut und verband dabei gelebte Kulturtradition mit intensiver Facharbeit.
Den Auftakt bildete das Kreis- und Gemeinde-Erntedankfest im Ort Medynia Glogowska in der Gemeinde Czarna. Gemeinsam mit der örtlichen Bevölkerung und einer Delegation aus Ungarn erlebten die Gäste eine in Polen bis heute fest verankerte Tradition. Die Europabeauftragte des Saarpfalz-Kreises, Dr. Violetta Frys, begrüßte die Gastgeber und das Publikum und überbrachte die Grüße von Landrat Frank John.
John selbst rückte in seinem Grußwort die Bedeutung des ländlichen Raums und des grenzüberschreitenden Dialogs in den Vordergrund. „Das Erntedankfest führt uns vor Augen, wie wichtig ein nachhaltiger Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen ist. Angesichts spürbarer Klimaentwicklungen fordert die Anpassung der Landwirtschaft unser aller Handeln“, betonte er. Solche Anlässe böten die ideale Gelegenheit, in freundschaftlicher Atmosphäre Verantwortung zu übernehmen und das Bewusstsein für regionale Herausforderungen zu schärfen.

Jenseits der Feierlichkeiten wurde gearbeitet. In Fachgesprächen ging es um den Austausch von Wissen in Landwirtschaft und Verwaltung, wobei die Anpassung an Klimawandel und Umweltveränderungen im Zentrum stand – ein Thema, von dem beide Regionen zunehmend betroffen sind. Beim Besuch der Freiwilligen Feuerwehr in Bialobrzegi sprachen die Delegierten mit Kommunalpolitikern und dem Feuerwehrkommando über die Rolle lokaler Rettungskräfte im Angesicht neuer Umwelt- und Klimarisiken.
Auch Bildung und Soziales prägten das Programm. Im Schulzentrum Nr. 1 „Janusz Korczak“ in Lancut besichtigte die Gruppe eine neu errichtete Sporthalle und diskutierte mit der Schulleitung, wie moderne Sportinfrastruktur Schule und Gemeinschaft zugleich dienen kann. Besuche in einem Pflegeheim und in einem Tagesstättenzentrum für Menschen mit Unterstützungsbedarf gaben Einblicke in die polnischen Versorgungssysteme für Senioren und Menschen mit Behinderungen. Das Schlossmuseum Lancut wiederum lieferte den Rahmen, um über den Schutz des gemeinsamen europäischen Kulturerbes zu beraten.
Besondere Impulse setzte die Reise für die Vernetzung einzelner Städte und Gemeinden. Maria Vermeulen, Bürgermeisterin von Mandelbachtal, nutzte die Anfang des Jahres begründete Partnerschaft mit der Gemeinde Markowa für einen direkten Austausch mit ihrem Amtskollegen Aleksander Cwynar. Der St. Ingberter Beigeordnete Albrecht Hauck brachte sich ebenfalls ein und äußerte den Wunsch, dass auch seine Stadt nach dem Prinzip des Weimarer Dreiecks Kontakte zu einer polnischen Kommune knüpfen möge.
Dr. Frys unterstützt derartige Verbindungen ausdrücklich. „Jede Kommune unseres Landkreises, die auf der Suche nach einer Partnerschaft in Polen oder der Ukraine ist, kann sich gerne an mich wenden. Durch unsere europäischen Partnerkreise bestehen Netzwerke mit Städten und Gemeinden, die ausdrücklich den Austausch mit deutschen Kommunen suchen“, so die Europabeauftragte.
Die Bilanz des Besuchs fiel durchweg positiv aus. Der Dank des Saarpfalz-Kreises galt dem Landrat von Lancut, Adam Krzyszton, sowie allen beteiligten Institutionen für Gastfreundschaft und fachliche Offenheit. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nun in konkrete Folgeprojekte der grenzüberschreitenden Partnerschaft einfließen.




















