Für Menschen, bei denen herkömmliche Antidepressiva nicht ausreichend anschlagen, könnte sich ein neuer Behandlungsweg auftun. Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS) in Homburg beteiligt sich an einer klinischen Untersuchung, die genau bei diesem Problem ansetzt. Im Zentrum steht die sogenannte EMBRACE-Studie, die sich an Patientinnen und Patienten mit einer schweren Depression richtet.
Die Fachwelt spricht bei diesem Krankheitsbild von einer Major Depressive Disorder, kurz MDD. Für viele Betroffene ist der Alltag von einer bleiernen Schwere geprägt, und nicht immer bringen die verordneten Medikamente die erhoffte Linderung. Die Studie will hier ansetzen und prüft ein Prüfmedikament, das auf eine andere Wirkweise setzt als die üblichen Präparate. Ziel ist es, belastbare Erkenntnisse darüber zu gewinnen, ob und wie sich die Symptome damit lindern lassen.
Entscheidend ist die Kombination aus Medikament und intensiver psychologischer Begleitung. Das Prüfmedikament wird mit mehreren Sitzungen bei einem zugelassenen Therapeuten verbunden, der eine spezielle Ausbildung im EMBARK-Modell absolviert hat. Dieses Betreuungskonzept wurde eigens für die Behandlung schwerer Depressionen entwickelt. Die bisherige Medikation der Teilnehmenden bleibt dabei bestehen. Die Hoffnung der Forschenden: dass die Betroffenen durch diesen Ansatz einen tieferen Zugang zu ihren eigenen Gedanken finden und so der Heilungsprozess unterstützt wird.
Wer sich für eine Teilnahme interessiert, sollte den zeitlichen Rahmen kennen. Rund viereinhalb Monate dauert die Begleitung insgesamt. In dieser Zeit sind acht Termine in der Klinik vorgesehen, dazu acht Videoanrufe und neun psychologische Unterstützungssitzungen, die entweder per Videoanruf oder direkt vor Ort stattfinden.
Aufgenommen werden Menschen zwischen 18 und 85 Jahren, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Grundlage ist eine diagnostizierte schwere Depression sowie der Eindruck, dass das derzeitige Medikament die Erkrankung nicht ausreichend behandelt. Zudem müssen die Teilnehmenden seit mindestens vier Wochen ein einzelnes Antidepressivum in gleichbleibender Dosis einnehmen. Ausgeschlossen sind psychotische Störungen wie Schizophrenie oder eine bipolare Störung.
Weitere Kriterien werden im Vorfeld individuell geklärt, denn nicht jede Interessentin und jeder Interessent kommt automatisch für die Studie infrage. Genau dafür steht die Studienkoordination der Psychiatrie am Universitätsklinikum in Homburg bereit. Auskünfte gibt es telefonisch unter (0 68 41) 16 – 1 42 19, per E-Mail an studien.psychiatrie@uks.eu sowie im Internet unter www.uks.eu/psychiatrie.




















