Dr. Max Lindemann, Landrat Frank John, Karin Lindemann, Dr. Jutta Schwan, Dipl.-Kfm. Christian Lindemann bei der Ausstellungseröffnung im Forum (von links) Foto: Beate Ruffing

Zwei Gemälde, gemalt von derselben Hand, getrennt durch die Wirren der Geschichte und nun erstmals wieder Seite an Seite: Unter dem Titel „Bildgeschwister – zwei Motive, ein Künstler“ präsentierte die Kreisverwaltung in ihrer Galerie zwei barocke Werke, die einst zur Sammlung von Schloss Karlsberg gehörten. Anlass war eine Schenkung an den Saarpfalz-Kreis.

Die beiden Bilder erzählen unterschiedliche Geschichten, sprechen aber dieselbe künstlerische Sprache. Das eine, die Schenkung, zeigt eine klassische Idylle mit einem Hirtenpaar und seiner Herde in ruhiger Landschaft. Das Pendant, gleich groß und gleich gerahmt, führt den Blick auf eine antike Stadt in einem Flusstal, in dem Schiffe liegen. Was sie über Motiv und Machart hinaus verbindet, ist ihre gemeinsame Herkunft.

Anzeige

Diese Herkunft reicht bis in ein düsteres Kapitel der Regionalgeschichte zurück. Als französische Revolutionstruppen 1793 die Residenz von Herzog Karl II. August von Pfalz-Zweibrücken auf dem Karlsberg zerstörten, war die wertvolle Gemäldesammlung bereits in Sicherheit gebracht worden. Hofmaler und Generalbaudirektor Johann Christian von Mannlich hatte sie über Mannheim nach München gerettet.

Landrat Frank John dankte Dr. Max Lindemann für dessen Schenkung.
Foto: Beate Ruffing

An diesem Coup war auch der Förster Johann Heinrich Lindemann beteiligt. Zum Dank erhielt er unter anderem jene Werke, die nun in der Galerie zu sehen waren – und die seither über Generationen hinweg in Familienbesitz blieben. Zu seinen Nachfahren zählen Dr. Max Lindemann, früher Chefarzt der Chirurgie und Ärztlicher Direktor am Kreiskrankenhaus in St. Ingbert, sowie Dipl.-Kfm. Christian Lindemann, einst Besitzer von Gut Lindenfels bei Alschbach.

Dass die beiden Werke überhaupt wieder zusammenfanden, ist einem glücklichen Zusammentreffen zu verdanken. Dr. Lindemann bot dem Saarpfalz-Kreis sein Gemälde als Schenkung an und wies dabei auf das verwandte Bild hin. Die Kunsthistorikerin Dr. Jutta Schwan vom Kulturmanagement brachte beide Werke zusammen. Bei der Einführung ordnete sie die Gemälde in den Kontext des in Otterberg geborenen Malers Johann Heinrich Roos und seiner Söhne ein, deren Arbeiten sich in zahlreichen Museen Europas finden.

Mit zehnminütigen Mittagspausenführungen lud Schwan die Besucher zudem ein, sich Zeit für die kleinen Details zu nehmen. Sie erklärte, wie Elemente wie Ziegen oder Viehherden bei berühmten Malern dieser Epoche für Handel und Fortschritt standen. Schloss Karlsberg bildet in ihrer Arbeit für den Kreis ohnehin einen Schwerpunkt.

Anzeige

„Ich danke den Familien Lindemann, dass sie uns die Gelegenheit geben, die Bildgeschwister nebeneinander zu betrachten und zugleich ein Stück Familiengeschichte überlassen – für diese Ausstellung und durch Schenkung darüber hinaus“, sagte Landrat Frank John bei der Eröffnung. Während die Leihgabe inzwischen wieder an ihren ursprünglichen Platz zurückkehrte, soll die Schenkung künftig im Römermuseum in Schwarzenacker ihren Platz finden.

💬 Was meinst du dazu?Dein Kommentar
Anzeige

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein