Rund 3,2 Millionen Euro fließen in die saarländische Wasserstoffforschung: Mit dieser Summe aus dem Bundesprogramm STARK wird das Verbundprojekt „H2InnoTec“ gefördert, das eine überregionale Forschungsplattform für Wasserstofftechnologien aufbauen soll. Den entsprechenden Förderbescheid überreichte Martina Becker vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) am Mittwoch, 24. September, an die beteiligten Partner.
Hinter dem Vorhaben stehen vier Akteure aus Wissenschaft und Industrie: das ZeMA, das Unternehmen HYDAC, InnoMa sowie die Hochschule Trier. Gemeinsam wollen sie neue Technologien nicht im theoretischen Labormaßstab, sondern unter möglichst realitätsnahen Bedingungen zur Marktreife bringen. Genau diese Nähe zur industriellen Praxis gilt als Schlüssel, um Forschungsergebnisse rasch in konkrete Anwendungen zu übersetzen.
Für Wirtschaftsminister Jürgen Barke ist das Projekt ein Baustein einer aktiven Strukturpolitik. „Wir wollen den Strukturwandel im Saarland nicht nur begleiten, sondern aktiv gestalten“, sagte er. H2InnoTec verbinde Forschung und Wirtschaft, damit aus neuen Wasserstofftechnologien schneller industrielle Anwendungen, Wertschöpfung und Beschäftigung entstünden. Diese Verbindung, so Barke, sei nötig, um Innovationen aus dem Labor in die Wirtschaft zu tragen und den Wasserstoffstandort Saarland zu stärken.
Auch die BAFA-Abteilungsleiterin Martina Becker betonte die überregionale Bedeutung. Das Projekt treibe die Entwicklung des Saarlands zu einem innovativen Industriestandort weiter voran und setze bundesweit Impulse für eine nachhaltige Wasserstoffwirtschaft. Die Verknüpfung von Forschung und Praxis beschleunige Produktentwicklungen und stärke zugleich die regionale Wirtschaft. Man freue sich, ein derart ambitioniertes Vorhaben unterstützen zu können.
Aus Sicht der Forschung eröffnet die Förderung neue technische Möglichkeiten. Lennard Margies, Forschungsbereichsleiter HyCATT am ZeMA, sprach von einer in der Großregion einzigartigen Infrastruktur. Mit ihr könne man die Entwicklungen der Industriepartner unterstützen und Zukunftstechnologien schneller in den Markt bringen. So entstünden neue Perspektiven für Wertschöpfung.
Konkret bündeln die wissenschaftlichen Partner ZeMA und die Hochschule Trier am Umwelt-Campus Birkenfeld ihre Aktivitäten, während HYDAC New Technologies und InnoMa System die industriellen Fragestellungen einbringen. Das Vorhaben ergänzt den Aufbau des Wasserstoff-Forschungszentrums HyCATT, das mit rund 13 Millionen Euro aus dem Transformationsfonds des Landes gefördert wird und ein Gesamtvolumen von etwa 22,5 Millionen Euro umfasst. Seit der Übernahme der Wasserstoff-Infrastruktur der Robert Bosch GmbH in Homburg kann das ZeMA den kompletten Weg des Wasserstoffs erforschen: von der Herstellung über Speicherung und Verteilung bis zur Nutzung.
Das Bundesprogramm STARK zielt auf den Strukturwandel in den ehemaligen Kohleregionen. Dem Saarland stehen daraus bis 2038 insgesamt rund 19,3 Millionen Euro zur Verfügung. Das Land setzt diese Mittel gezielt ein, um den Weg vom klassischen Industriestandort hin zu einer modernen Innovationsregion zu ebnen.




















