Landrat Theophil Gallo und Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot kamen bei ihrem Besuch in der Sandrennbahn-Schule auch in der Klasse 6.2 vorbei. - Foto: Bill Titze

Um bei Problemen im Schulalltag oder zu Hause Lösungen zu suchen, gibt es die Schulsozialarbeit, die im Saarpfalz-Kreis auch in den nächsten zwei Jahren maßgeblich von der Landesregierung finanziert wird. Zur Vertragsunterzeichnung kam Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot an die Sandrennbahn-Schule in Erbach – und erlebte dort Außergewöhnliches.

„Be nice“ steht in großen bunten Lettern am Eingang der Gemeinschaftsschule Neue Sandrennbahn in Erbach. Grundsätzlich ein guter Ansatz für das Zusammenleben in einer Schule und darüber hinaus, wird dieses Motto natürlich nicht immer und überall umgesetzt. Jeder dürfte aus seiner Schulzeit zig Beispiele nennen können, bei denen diese Freundlichkeit eher zu kurz kam. Ob nun böse Streiche oder regelrechtes Mobbing – für Kinder und Jugendliche ist das im Zweifelsfall enorm belastend und beeinträchtigt auch die schulischen Leistungen.

Bei solchen Problemen soll die Schulsozialarbeit Abhilfe schaffen. „Wir suchen dann das Gespräch mit den Beteiligten und versuchen eine Lösung zu finden, was auch meistens gelingt“, erklärt Simone Hoffmann im HOMBURG1-Interview. Sie ist beim Kreisjugendamt angestellt und unter anderem für die Sandrennbahn-Schule zuständig. An zwei Tagen ist Hoffmann in Erbach. Sie hat in der Schule auch ein festes Büro, wo sie sich mit Konfliktparteien zusammensetzen kann. „Doch ich beschäftige mich nicht nur bei Mobbing oder Streit in der Schule. Auch bei Problemen zu Hause oder der Berufsorientierung versuche ich zu helfen.“ Gerade während der Corona-Zeit hätten die psychosozialen Probleme spürbar zugenommen. „Die Themenpalette ist also sehr vielfältig.“

Die Schüler der Sandrennbahn bereiteten Ministerin und Landrat einen außergewöhnlichen Empfang. – Foto: Bill Titze

Wie bewegend ein gutes Schulklima sein kann, konnten schließlich Bildungsministerin Streichert-Clivot und Landrat Theophil Gallo bei einem Empfang auf dem Schulhof erleben, der selbst für Minister außergewöhnlich ist. Denn da hatten sich hunderte Schüler aufgestellt, um die beiden Politiker unter der Titelmelodie von „Fluch der Karibik“ mit ohrenbetäubendem Beifall zu begrüßen. Selbst aus den Fenstern des Schulgebäuden tauchten plötzlich jede Menge Köpfe und ein „Welcome“-Plakat auf. „Ich bin wirklich überwältigt“, dankte die sichtlich bewegte Ministerin den Schülern. „Es geht mir wirklich ans Herz, dass ich euch alle hier sehen kann.“ Die Sandrennbahn-Schule leiste bei der Schulsozialarbeit hervorragende Arbeit.

Damit diese Arbeit fortgeführt werden kann unterzeichneten Ministerin und Landrat einige Zeit später einen um zwei Jahre verlängerten Zuwendungsvertrag für die Schulsozialarbeit im Saarpfalz-Kreis. Dabei beträgt die Fördersumme pro Schuljahr rund 600.000 Euro. Dazu kommen Eigenmittel des Kreises in Höhe von rund 800.000 Euro. So können insgesamt 18 Stellen finanziert werden.

Ministerin und Landrat unterzeichneten den Fördervertra, der für zwei Jahre Zuwendungen von insgesamt rund 1,2 Millionen Euro vorsieht. – Foto: Bill Titze

„Wir merken immer wieder, dass Schulen heute große Herausforderungen haben. Die Kinder brauchen eben Hilfe, wenn es ihnen nicht so gut geht“, unterstreicht Streichert-Clivot. „Da ist die Schulsozialarbeit eine wichtige Stütze.“ Auch Landrat Gallo betonte deren große Bedeutung, gerade in diesen Zeiten. „Die Pandemie zeigt uns noch stärker, dass wir uns um junge Menschen kümmern müssen. Mit dieser Vereinbarung versuchen wir, das umzusetzen.“

Doch es ist nicht nur der abgeschlossene Vertrag, der die Schulsozialarbeit im Saarland weiter vorantreiben soll. So fließen für diesen Zweck aus dem Bundesprogramm „Aufholen nach Corona“ rund 1,8 Millionen Euro ins Saarland. 30 neue Stellen sollen so zu Schuljahresbeginn geschaffen werden. Inwiefern die Gemeinschaftsschule Neue Sandrennbahn davon profitieren kann, wird sich zeigen. Doch eines scheint sicher: Mit „Be Nice“ gibt die Schule schonmal ein Motto vor, das für das Zusammenlebe in der Schule mit Sicherheit nicht verkehrt ist.

 

 

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