Wenn am Samstag, dem 13. Juni, ab 11 Uhr die „Flamme der Hoffnung“ durch die Homburger Innenstadt getragen wird, bekommt das olympische Feuer eine ganz eigene saarländische Note: Statt einer klassischen Fackel reicht eine Grubenlampe von Hand zu Hand. Sie verweist auf die Bergbautradition der Region und steht zugleich für Sicherheit, Zusammenhalt und Gemeinschaft – Werte, die der Fackellauf im Vorfeld der Special Olympics Nationalen Spiele Saarland 2026 sichtbar machen soll.
Der Lauf ist eingebettet in das Stadtfest der Inklusion und damit Teil des sogenannten Host Town Programs. Homburg übernimmt bei den Nationalen Spielen vom 15. bis 20. Juni die Rolle des Austragungsortes für die Judo-Wettkämpfe. „Uns werden sich an diesem Tag tolle Bilder in der Innenstadt bieten, wenn alles bunt belebt ist und die Special-Olympics-Fackel auf ihrem Weg Menschen, Kommunen und Organisationen verbindet“, kündigt Landrat Frank John an. Alle Teilnehmenden, so John, würden an diesem Tag „zu Botschafterinnen und Botschaftern für Gemeinschaft und Inklusion“.
Startpunkt ist um 11 Uhr der Historische Marktplatz. Von dort führt die Route über die Saarbrücker Straße, die Gerberstraße und die Talstraße bis zum Christian-Weber-Platz. Der Landrat selbst zieht die Laufschuhe an und reiht sich in die Gemeinschaft ein. Homburgs Bürgermeister Manfred Rippel begleitet Start und Ziel, auch Innenminister Reinhold Jost hat sein Kommen zugesagt.
Getragen wird die Grubenlampe in einem inklusiven Tandem. An vorderster Stelle laufen Finja Bastian und Michael Koch. Die 16-jährige Finja Bastian lebt mit ihren Eltern und ihrer jüngeren Schwester in Sankt Ingbert und besucht die Förderschule am Webersberg in Homburg. Klettern, Schwimmen und Leichtathletik gehören zu ihren Leidenschaften. Bei den Nationalen Spielen 2026 geht sie selbst an den Start – im 100-Meter-Lauf, im Ballwurf und in der 50-Meter-Pendelstaffel.
An ihrer Seite läuft ein Homburger Urgestein: Michael Koch, von vielen nur „Kochmichel“ genannt. Der 73-Jährige stand einst als Fußballer beim FC Homburg auf dem Platz und entdeckte später das Laufen für sich. Skifahren, Wandern und Klettern füllen sein Sportlerleben bis heute aus. Beruflich blieb er der Branche treu – erst als Mitgesellschafter des früheren Sportgeschäfts Klees, heute als Verantwortlicher für das Sportsponsoring bei Dr. Theiss Naturwaren.
Das Tandem bekommt unterwegs reichlich Verstärkung. Läufergruppen der CJD Homburg/Saar gGmbH, der Lebenshilfe Saarpfalz, der Jugendfeuerwehr Homburg und weiterer Vereine aus dem Saarpfalz-Kreis schließen sich an. Aus den Nachbarkommunen kommen Bexbachs Bürgermeister Christian Prech und der Sankt Ingberter Beigeordnete Olaf Blaumeiser hinzu. Auch Homburgs Skater rollen mit und bilden die Vorhut des Zuges.
Mit der Übergabe der Lampe auf der Bühne am Christian-Weber-Platz wird das Stadtfest der Inklusion offiziell eröffnet. Rund um den Platz erwarten die Gäste Informationsstände, Mitmachaktionen und ein breites kulinarisches Angebot. Der Homburger Fackellauf ist dabei nur eine von drei Stationen an diesem Tag: Morgens macht das Feuer Halt in Medelsheim, am späten Nachmittag in Blickweiler – beide eingebunden in die LVM Saarland Trofeo, die vom 11. bis 14. Juni erneut zum UCI Junior Nations Cup im Juniorenradsport zählt.
Die Nationalen Spiele selbst gelten als größtes inklusives Multi-Sportereignis des Jahres in Deutschland. Rund 4.300 Athletinnen und Athleten mit geistiger Behinderung werden in 27 Sportarten antreten – und in Homburg vor allem auf den Judomatten um Medaillen kämpfen.























