red hard hat on pavement
Foto: Ümit Yıldırım
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Zum Jahresende 2025 zeigt sich das deutsche Bauhauptgewerbe in einer Phase der vorsichtigen Stabilisierung. Nach einer langen Durststrecke melden die Unternehmen im November wieder steigende Aufträge und höhere Umsätze. Die Entwicklung verläuft jedoch alles andere als einheitlich – während einige Bereiche und Regionen deutlich anziehen, bleibt vor allem der Straßenbau weiter hinter den Erwartungen zurück.

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie verweist auf aktuelle Konjunkturindikatoren des Statistischen Bundesamtes, die für November ein reales Auftragsplus von 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat ausweisen. Im Vergleich zum Oktober liegt der Zuwachs – saison-, kalender- und preisbereinigt – sogar bei 8,5 Prozent. „Wir haben Anfang der Woche einen positiven Ausblick für 2026 gegeben: wir erwarten ein Umsatzplus im Bauhauptgewerbe von real 2,5 Prozent. Dies ist ein Lichtblick nach langer Talfahrt“, erklärte BAUINDUSTRIE-Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller in Berlin.

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Müller betonte, dass sich die partielle Besserung der Baukonjunktur im Verlauf des Jahres 2025 auch im November fortgesetzt habe. Die Branche profitiere bei den Aufträgen von mehreren Großprojekten, die insbesondere im Öffentlichen Bau für zusätzliche Impulse sorgten. Gleichzeitig verweist der Verband auf deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. Beim Auftragseingang setze sich die regional sehr unterschiedliche Entwicklung fort, mit teils zweistelligen Minus- und Plusraten.

Für den Zeitraum von Januar bis November 2025 ergibt sich im Bauhauptgewerbe insgesamt ein reales, kalenderbereinigtes Auftragsplus von 7,2 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Eine klare Ausnahme bleibt jedoch der Straßenbau. In den ersten elf Monaten liegt dieser Bereich mit real minus 7,7 Prozent weiterhin deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. „Auch für November können wir noch keine Entwarnung geben. Für den Straßenbau wird immer noch ein Orderminus von real 0,9 Prozent ausgewiesen“, sagte Müller. Angesichts der Tatsache, dass der Ausschreibungsstopp bei der Autobahn GmbH bereits Ende Juli 2025 aufgehoben wurde, dauere es seiner Einschätzung nach „ziemlich lang, bis die Aufträge kommen“.

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Mit Blick auf den Öffentlichen Bau zeigt sich der Verband deshalb zurückhaltend. Bei der Umsatzprognose für 2026 rechnet die BAUINDUSTRIE in diesem Segment lediglich mit einem realen Plus von 1,5 Prozent. Getragen werde dieser Bereich derzeit vor allem vom Hochbau und vom sonstigen Tiefbau, zu dem auch der Brückenbau gehört. Müller verweist zugleich auf politische Signale der vergangenen Wochen und verbindet damit die Hoffnung, „dass sich der Investitionsabfluss zum Ende 2025 verstetige und künftig wieder positivere Botschaften vermeldet werden können“.

Auch beim Umsatz zeichnet sich im November ein moderater Aufwärtstrend ab. Im gesamten Bauhauptgewerbe legte der baugewerbliche Umsatz im Vergleich zum Vorjahresmonat real um 4,3 Prozent zu. Für die ersten elf Monate 2025 ergibt sich damit ein reales Umsatzplus von 2,1 Prozent. Von einer durchweg positiven Bilanz kann nach Einschätzung des Verbandes dennoch keine Rede sein. „Für den Straßenbau, aber auch für den Wohnungsbau war 2025 allerdings ein verlorenes Jahr“, stellte Müller klar.

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Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes verzeichnen sowohl der Straßenbau als auch der Wohnungsbau weiterhin reale Rückgänge. Für den Straßenbau wird ein Minus von 2,9 Prozent gemeldet, für den Wohnungsbau ein Rückgang von 3,5 Prozent. Müller ordnete diese Zahlen deutlich ein: „Angesichts der desolaten Infrastruktur und des Mangels an Wohnraum eine fatale Entwicklung. Der Turnaround muss kommen.“ Grundlage aller Angaben sind die Daten von Baubetrieben mit 20 und mehr Beschäftigten, die vom Statistischen Bundesamt erhoben und kalender- beziehungsweise saison- und preisbereinigt ausgewertet wurden.

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