Deutschland bekommt eine eigene Einrichtung, die sich gezielt mit den sicherheitsrelevanten Folgen Künstlicher Intelligenz beschäftigen soll. Der Nationale Sicherheitsrat hat den Aufbau eines deutschen AI Security Institute, kurz DE-AISI, beschlossen. Die neue Institution soll nicht nur Chancen und Gefahren von KI-Systemen bewerten, sondern sich auch eng mit ähnlichen Stellen im Ausland vernetzen.
Mit diesem Schritt schließt die Bundesrepublik zu Staaten wie Großbritannien, den USA oder Frankreich auf, die ihre nationalen KI-Sicherheitsinstitute bereits etabliert haben. Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung, sieht darin einen überfälligen Anschluss an den internationalen Standard. „Mit der Gründung eines Sicherheitsinstituts für Künstliche Intelligenz zieht Deutschland mit Staaten wie Großbritannien, den USA oder Frankreich gleich, die bereits eigene Institute aufgebaut haben“, erklärte sie in einer Stellungnahme des Digitalverbands.
Die Argumentation des Bitkom ist dabei nüchtern: Wo neue Technologien Möglichkeiten eröffnen, entstehen zwangsläufig auch neue Verwundbarkeiten. Das DE-AISI soll Werkzeuge an die Hand bekommen, um derartige Risiken früh und fachlich belastbar zu bewerten. Dehmel betont, dass die Einrichtung die nötigen Voraussetzungen schaffe, „solche Risiken frühzeitig fundiert einschätzen zu können“.
Entscheidend ist aus Sicht des Verbands jedoch die klare inhaltliche Abgrenzung. Das Institut solle ein eigenes Forschungsmandat erhalten und sich besonders den sogenannten Frontier-Modellen widmen, also den leistungsstärksten KI-Systemen der nächsten Generation. Im Zentrum müssten dabei systemische Gefahren für die Sicherheit und Souveränität Deutschlands stehen. Themen wie Datenschutz, Verbraucherschutz, Arbeitsrecht oder ethische Grundsatzfragen seien bereits bei anderen Institutionen gut aufgehoben und sollten dort verbleiben.
Damit das Vorhaben nicht zur bloßen Symbolpolitik gerät, knüpft der Bitkom konkrete Erwartungen an die Ausstattung. Ohne international konkurrenzfähige Bedingungen werde es nicht gelingen, die nötige Expertise nach Deutschland zu holen. „Das neue Sicherheitsinstitut wird nur erfolgreich sein können, wenn wir dafür internationale Spitzenkräfte gewinnen“, so Dehmel. Ihre Forderung ist deutlich: Das Budget müsse mindestens dem des britischen AISI entsprechen, das international als Maßstab gilt.
Der Verband begleitet die politische Entscheidung mit einem eigenen Positionspapier, das die Anforderungen an das künftige Institut detailliert beschreibt. Damit will der Bitkom den weiteren Aufbauprozess inhaltlich mitprägen. Klar ist: Mit dem DE-AISI entsteht eine Einrichtung, deren Erfolg sich weniger an Verwaltungsstrukturen als an wissenschaftlicher Schlagkraft messen lassen wird. Wie schnell das Institut tatsächlich arbeitsfähig sein wird und mit welchen Mitteln der Bund es ausstattet, dürfte in den kommenden Monaten zur entscheidenden Frage werden.



















