Schon Ende Mai brannte die Sonne mit voller Wucht über dem Saarland, Thermometer kletterten in Höhen, die noch vor wenigen Jahren als typisches Hochsommerphänomen galten. Für die Saar-Grünen ist diese frühe Hitzewelle ein Alarmsignal. Pünktlich zum bundesweiten Hitzeaktionstag fordert der Landesverband ein deutlich entschlosseneres Vorgehen, um die Bevölkerung vor den gesundheitlichen Folgen extremer Temperaturen zu schützen.
„Dass wir schon Ende Mai die erste Hitzewelle erlebt haben, macht deutlich, wie dringend wir handeln müssen“, betont Landesvorsitzender Volker Morbe. Hitze sei längst kein bloßes Komfortproblem mehr, sondern ein ernstes Gesundheitsrisiko, „insbesondere für ältere Menschen, Kinder, Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen“. Die Klimakrise, so der Tenor, sei in den saarländischen Alltag eingezogen und mache vor Stadtquartieren und Dorfplätzen nicht halt.
Aus Sicht der Partei reichen Risikoanalysen und unverbindliche Strategiepapiere längst nicht mehr aus. Gefordert werden handfeste Investitionen in den Hitzeschutz: mehr öffentlich zugängliche Trinkwasserbrunnen, ausgewiesene kühle Aufenthaltsorte, eine konsequente Begrünung von Städten und Gemeinden sowie der Umbau hin zu sogenannten Schwammstädten. Diese sollen Regenwasser speichern, die Verdunstung fördern und so die sommerliche Hitzebelastung im urbanen Raum spürbar senken.
Kritisch blicken die Grünen auf den Stand der kommunalen Vorbereitung. Zwar würden vielerorts, etwa in Saarbrücken, Hitzeaktionspläne und Anpassungsstrategien erarbeitet, doch verbindliche Zeitpläne und gesicherte Finanzierungen fehlten weitgehend. „Die Menschen brauchen keine weiteren Absichtserklärungen, sondern wirksame Maßnahmen“, stellt Morbe klar. Sein zentraler Vorschlag: Hitzeschutz müsse als kommunale Pflichtaufgabe verankert und von Bund und Ländern auskömmlich finanziert werden.
Die Partei verknüpft die Debatte um Anpassung ausdrücklich mit dem Kampf gegen die Ursachen der Erderhitzung. Klimaschutz und Klimaanpassung seien zwei Seiten derselben Medaille. Wer die Folgen extremer Hitze für die Gesundheit eindämmen wolle, müsse parallel beim Strukturellen ansetzen – beim Ausbau erneuerbarer Energien, beim Schutz natürlicher CO₂-Senken und bei einer nachhaltigen Verkehrspolitik.
„Jede Maßnahme gegen die Erderhitzung ist auch eine Maßnahme für den Gesundheitsschutz“, fasst Morbe die Position seines Landesverbandes zusammen. Mit Blick auf die kommenden Sommer, die laut Klimaprognosen noch heißer und trockener ausfallen dürften, drängt die Partei darauf, die Weichen nicht erst dann zu stellen, wenn die nächste Hitzewelle bereits über dem Land liegt. Der Aktionstag soll den Druck auf Politik und Verwaltung erhöhen, bestehende Konzepte endlich mit konkreten Schritten und verbindlichen Budgets zu unterlegen.



















